Die AfD verschiebt die Grenzen des Sagbaren immer weiter. In Schweden greifen die Rechtsextremisten nach der Macht. Und in Frankreich wankt ein Held der Aufklärung.
12.09.2026, 06.09 Uhr
Der Hass der RechtsextremenSeit einiger Zeit bin ich auf TikTok. Die Clips, die man dort zu sehen bekommt, sind mitunter unterhaltsam, häufig aber düster. Den Wahlkampf von Ulrich Siegmund habe ich beobachtet wie ein gefährliches Experiment, das vor aller Augen gelingt. Kaum jemand vermittelt menschenverachtende Botschaften mit einem solchen Lächeln auf den Lippen wie der Rechtsextremist aus Sachsen-Anhalt.
T-Shirts mit dem Porträt Siegmunds, Naumburg Ende August 2026: Wie ein gefährliches Experiment, das vor aller Augen gelingt
Das jüngste Beispiel liefert Siegmunds Satz über »Rüstungsgüter« für »Remigrations- und Abschiebeoffensiven« (mehr dazu hier ). Doch entscheidend ist nicht allein diese neue Provokation. Sie steht in einer langen Reihe von Versuchen, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben.Schon der vom NS-Regime verfolgte Philologe Victor Klemperer warnte vor der schleichenden Wirkung ideologisch aufgeladener Sprache. »Worte können sein wie winzige Arsendosen«, schrieb er, »sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da«.Wir erleben seit Jahren, wie die AfD das Land häppchenweise vergiftet, darunter auch Siegmunds Landtagsfraktion. Ein Abgeordneter sagte über Gefängnisstrafen für Homosexuelle: »Das sollten wir in Deutschland auch machen!« Ein anderer sprach von »Wölfen an der Schule« – gemeint waren Kinder mit Migrationsgeschichte – und nannte die Erinnerung an den Nationalsozialismus einen seit 80 Jahren »wachgehaltenen« Schuldkomplex.










