Die AfD war nie stärker, der Antifaschismus selten so bedrängt. Woran liegt das? Wie kann es sich ändern? Und woher Zuversicht nehmen, wenn vieles düster scheint?
M anchmal begegnen uns Bilder, die uns für einen Moment neuen Glauben schöpfen lassen. Dass sich der Rechtsruck doch noch wird aufhalten lassen. Menschlichkeit und Vernunft doch siegen werden gegen Hass und Erniedrigung.
Juni 2026, Wittenberg, Hunderte Menschen demonstrieren durch die Altstadt, manche tragen Trans*- oder Regenbogenflaggen über ihren Schultern. Einige lachen, andere halten Protestschilder hoch. „Your hate won’t silence our pride“, steht auf einem. Es ist der zweite CSD hier. Gegenproteste wie noch im Vorjahr gibt es keine.
November 2025, Gießen, etliche lange Stuhlreihen ziehen sich durch die Hessenhalle. Die meisten sind leer, dabei ist es schon Mittag. Der Gründungskongress der AfD-Parteijugend „Generation Deutschland“ sollte längst laufen. Doch aufgrund etlicher Blockaden durch das antifaschistische Bündnis „Widersetzen“ verspätet sich ein Großteil der Rechtsextremen um Stunden.
Februar 2025, Berlin, zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule halten Zehntausende ihre Handys in die Nachtluft, die Taschenlampen eingeschaltet. Ein Lichtermeer. Auch hier Protestschilder: „Nein zu Hass“, steht auf einem. „Nie wieder ist jetzt“, auf einem anderen. Wenige Tage zuvor hatte die Union erstmals im Bundestag versucht, einen Antrag mithilfe von Stimmen der AfD-Fraktion durchzuboxen – zur Verschärfung der Migrationspolitik. Ein Tabubruch, gegen den bundesweit über Wochen hinweg knapp zwei Millionen Menschen auf die Straßen gehen.












