Erst Neubrandenburg, dann Stralsund: Sahra Wagenknecht absolvierte am Mittwoch mit Mecklenburg-Vorpommerns Spitzenkandidaten Peter Schabbel gleich einen Doppelauftritt, der die Partei in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs mobilisieren soll. „Kein weiter so“ lautet die Botschaft des Endspurts. Und diese Schlussetappe hat es in sich, denn es ist noch eine große Hürde zu nehmen. Das BSW liegt laut aktuellem MV-Trend bei vier Prozent. Der Einzug in den Schweriner Landtag ist damit alles andere als sicher.

Deshalb war die Botschaft des Abends eine politisch scharfe, in Stralsund sogar noch eine politisch schärfere. Das Publikum aus mehreren hundert Menschen quittierte dies mit viel Applaus.

„Für das, was Sahra ausspricht und ausstrahlt“

Eine ältere Dame aus Neubrandenburg brachte es auf den Punkt, als sie gefragt wurde, warum sie heute hier ist: „Für das, was Sahra ausspricht und ausstrahlt.“ Sie brauchte keine lange Erklärung und kein politisches Programm, für sie reichte der Name Wagenknecht.

Herr Ballentin aus der Uecker-Randow-Region war mit selbstgemachten Plakaten angereist. „Russland ist nicht unser Feind“ stand auf einem, „Frieden beginnt im Kopf“ auf dem anderen. Er habe Wagenknecht bereits in Magdeburg erlebt, und sein Anliegen am Mittwoch in Neubrandenburg war eindeutig. Über alle Parteigrenzen hinweg müsse dafür gesorgt werden, dass mit Russland ein Schulterschluss für den Frieden stattfinde.