Sahra Wagenknecht stichelt gegen die Thüringer Brombeerkoalition – und wirbt für die Einbeziehung der AfD. Die BSW-Gründerin buhlt um die Stimmen der Brandmauer-Gegner im Osten. Kann die Strategie für sie aufgehen?
18.06.2026, 15.23 Uhr
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht bei Anti-Merz-Protest in Magdeburg: Für den Wahlkampf kann der Kurs zur Gefahr werden
Aus Thüringer Sicht ist die mittlerweile letzte aktuell bestehende Regierungsbeteiligung des BSW eine Erfolgsgeschichte. Die Partei regiert in Erfurt mit CDU und SPD seit anderthalb Jahren in der sogenannten Brombeerkoalition unter Führung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt. Seither hat das BSW Bürgerräte für die Thüringerinnen und Thüringer eingeführt, den Haushalt auf Bildung und Infrastruktur gekämmt und gar dafür gesorgt, dass Thüringen als einziges Bundesland im Bundesrat einer weiteren Aufrüstung nicht zugestimmt hat.
Parteigründerin Sahra Wagenknecht ist dennoch unzufrieden. Einmal mehr stellt sie jetzt die Thüringer Koalition infrage – und fordert stattdessen, die AfD stärker in die Regierungsarbeit einzubeziehen.Dass sich das BSW in Thüringen »an einer Brandmauer-Koalition« mit lediglich wenigen inhaltlichen Gemeinsamkeiten beteilige, habe »der Glaubwürdigkeit des BSW schwer geschadet und die AfD nur noch stärker gemacht«, sagte sie jetzt der Funke Mediengruppe. Die Zukunft der Brombeerkoalition zieht sie in Zweifel, das Ausgrenzen der Rechtsextremen ebenso. »Die Brandmauer ist gescheitert«, so Wagenknecht. Für Thüringen wäre es besser, »einen im Land breit akzeptierten parteiunabhängigen Ministerpräsidenten zu suchen, der mit wechselnden Mehrheiten regiert – auch unter Einbeziehung der AfD«. In Thüringen wird der AfD-Landesverband vom rechtsextremen Björn Höcke geführt.









