Um die Inflation zu senken, hebt die EZB die Zinsen an. Der Schritt hat negative Folgen für Verbraucher*innen, Unternehmen und die öffentliche Hand.

Sie ist Europas oberste Notenbankerin: EZB-Chefin Christine Largarde

Michael Probst/ap/dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) hebt zum zweiten Mal seit dem Beginn des Irankrieges die Leitzinsen an. Dies hat der EZB-Rat am Donnerstag nach seiner Sitzung in Berlin beschlossen. „Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben“, teilte die Notenbank mit. Damit steigen die drei Zinssätze, mit denen die Geschäftsbanken Geld bei der EZB parken oder sich leihen können, um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50, 2,65 beziehungsweise 2,90 Prozent.

Öko­no­m*in­nen haben diesen Schritt erwartet. Dennoch ist er umstritten. Mit der Zinsanhebung versucht die EZB die Inflation einzudämmen. Preisstabilität zu gewährleisten, ist ihre oberste Aufgabe, die Schaffung von Arbeitsplätzen oder Wirtschaftswachstum sind dabei zweitrangig. So nimmt die Notenbank mit der Zinsanhebung eine Dämpfung der Konjunktur in Kauf. Denn mit höheren Leitzinsen steigen auch die Zinsen für Unternehmen und Verbraucher*innen, die dadurch Investitionen und Konsum, also ihre Nachfrage, einschränken. Und das dämpft eben nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Wirtschaftswachstum.