In der Zwickmühle: EZB-Präsidentin Christine Lagarde muss die Inflation und das schwache Wirtschaftswachstum im Blick behalten – und dementsprechend den Zinssatz festlegen
Die Europäische Zentralbank (EZB) um Präsidentin Christine Lagarde (70) erhöht ihren Leitzins wegen der stark gestiegenen Inflation erstmals seit fast drei Jahren. Sie setzte den Einlagensatz am Donnerstag von 2,0 auf 2,25 Prozent herauf. Über ihn steuert der EZB-Rat maßgeblich seine Geldpolitik, auch die Tages- und Festgeldzinsen für Sparer orientieren sich daran.
Befeuert von den infolge des Iran-Krieges erhöhten Energiekosten war die Teuerungsrate im Euroraum zuletzt mit 3,2 Prozent deutlich über das Ziel der EZB von 2,0 Prozent hinausgeschossen. Zuletzt hatte die Notenbank die Zinsen im September 2023 angehoben.
Experten hatten mit der geldpolitischen Straffung gerechnet. „Da die Inflation im Euroraum drei Prozent überschritten hat und wenig Aussicht auf Entspannung im Iran-Konflikt besteht, ist eine Zinserhöhung jetzt der richtige Schritt“, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Die EZB folge damit nur dem, was die Märkte schon eingepreist hätten. „Dieser Schritt soll ein Signal an die Finanzmärkte, aber auch an die Unternehmen und Haushalte sein, dass die EZB die Inflationsdynamik sehr genau im Auge hat“, sagte der Chefvolkswirt der deutschen Förderbank KfW, Dirk Schumacher. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen rechnen für September mit einer weiteren Zinsanhebung.












