Die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert mit der zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Irankriegs. Die Notenbank hebt den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent an. Das entschied der EZB-Rat, der ausnahmsweise nicht am Sitz der Zentralbank in Frankfurt, sondern in Berlin tagte. Zuletzt hatte die EZB Mitte Juni den Leitzins angehoben – das erste Mal seit September 2023.
»Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben«, erklärte die Notenbank. Der Ausblick sei »nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet«, wobei eine höhere Inflation und weniger Wirtschaftswachstum drohten.Eine Reihe von EZB-Vertretern hatte sich bereits zuvor für Leitzinserhöhungen ausgesprochen. Hierzu zählt auch die deutsche Direktorin Isabel Schnabel. Beim aktuellen Leitzins sei es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das anvisierte Ziel zurückkehre. »Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein«, sagte Schnabel.
Es ist schließlich kein Ende des Irankriegs in Sicht. Die Lage im Nahen Osten hat sich zuletzt weiter verschärft. Öl- und Gasexporte aus der Golfregion werden weiterhin behindert. Es kommt immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. Angesichts der anhaltenden Spannungen sind die Erdöl- und Erdgaspreise wieder gestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent hat zuletzt wieder deutlich zugelegt und sich wieder in Richtung von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) bewegt.












