ErklärtDas grösste Museum der Schweiz ist in Geldnöten – nun soll die Stadt Zürich die Subventionen für das Kunsthaus erhöhenDie Abstimmung vom 27. September im Überblick.08.09.2026, 05.00 Uhr3 LeseminutenSeit der Eröffnung des Chipperfield-Erweiterungsbaus (im Bild) sind die Betriebs- und Unterhaltskosten des Kunsthauses gestiegen.Michael Buholzer / KeystoneWorum geht es?Das Kunsthaus ist das grösste Kunstmuseum der Schweiz. Mit der Eröffnung des Chipperfield-Erweiterungsbaus im Jahr 2021 hat sich die Ausstellungsfläche verdoppelt. Seither sind auch die Betriebs- und Unterhaltskosten stark angestiegen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Letztes Jahr verzeichnete das Kunsthaus ein Defizit von 1,4 Millionen Franken bei einem Betriebsaufwand von 36,5 Millionen Franken. Haupttreiber sind die hohen Personalkosten, die das Kunsthaus nach eigenen Angaben bei der Planung vor 15 Jahren unterschätzt hat.Die Stadt Zürich ist bereits heute die wichtigste Geldgeberin des Kunsthauses. Damit der Betrieb des Museums und der Unterhalt des Gebäudes langfristig gesichert sind, soll die Stadt nun ihre Subventionen um 7,3 Millionen Franken erhöhen – von heute 18,5 auf 25,8 Millionen Franken.Wie setzt sich der Kredit zusammen?Trägerschaft des Kunsthauses sind zwei Organisationen: der Verein Zürcher Kunstgesellschaft (ZKG), der das Museum betreibt. Und die Stiftung Zürcher Kunsthaus (SZK) als Eigentümerin und Baurechtsnehmerin der Liegenschaften. Etwa die Hälfte des Betriebs finanziert das Kunsthaus selbst, die andere Hälfte steuert die öffentliche Hand bei.Heute erhält die ZKG 13,6 Millionen Franken jährlich, künftig sollen es 17,6 Millionen sein. 1,8 Millionen davon sind für verbesserte Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden vorgesehen. Diese Erhöhung ist befristet bis Ende 2033. Der Stadtrat muss dem Stadtparlament bis 2031 Bericht über die Entwicklungen im Kunsthaus ablegen.Die SZK wird heute mit 4,9 Millionen Franken unterstützt, künftig sollen es 8,2 Millionen sein. Dieser Betrag ist nicht befristet. Er wird jährlich so angepasst, dass er 2,3 Prozent des Gebäudeversicherungswerts aller Kunsthaus-Liegenschaften entspricht. Der Betrag wird 2028 erstmals angepasst.Was passiert, wenn die Vorlage abgelehnt wird?Gemäss dem Kunsthaus wären die Folgen dramatisch. In den nächsten Jahren stehen im Museum Sanierungen an, die Millionen kosten. Die Kunstgesellschaft hat nach eigenen Angaben genug Geld, um den Betrieb des Museums bis mindestens Ende 2026 sicherzustellen.Lehnen die Stimmberechtigten die Vorlage ab, müssten laut der Museumsleitung aber Ausstellungs- und Vermittlungsangebote reduziert, Ausstellungsflächen verkleinert, die Bibliothek geschlossen und Personal entlassen werden. Dies sagte die Kunsthaus-Direktorin Ann Demeester im Interview mit der NZZ.Was sagen die Befürworter?SP, FDP, GLP, Grüne und Mitte würdigen das Kunsthaus als wichtige kulturelle Institution in der Schweiz, die eine zusätzliche finanzielle Unterstützung verdiene. Die höheren Subventionen trügen auch dazu bei, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden zu verbessern.Von den höheren staatlichen Beiträgen profitierten auch die Zürcherinnen und Zürcher, weil sie öfter gratis ins Museum könnten. Heute ist der Eintritt in die Sammlung am Mittwoch frei. Künftig sollen auch die Ausstellungen viermal im Jahr frei zugänglich sein.Was sagen die Gegner?Die SVP lehnt die Subventionserhöhung als einzige Partei ab. Sie kritisiert insbesondere, dass das Kunsthaus trotz steigenden Eintrittszahlen Defizite schreibe. Zudem erhalte es bereits heute mehr als 18 Millionen Franken an städtischen Geldern. Die SVP fordert, dass das Kunsthaus wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen stehe – ohne zusätzliche staatliche Unterstützung.Die Positionen der ParteienDie Haltung der NZZDie NZZ unterstützt die Vorlage. Das Kunsthaus ist eine der wichtigsten kulturellen Institutionen der Schweiz und darf nicht fallengelassen werden. Die gemeinsame Trägerschaft von Privaten und der öffentlichen Hand hat sich bewährt und ist sinnvoll. Die Museumsleitung hat Massnahmen getroffen, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Sie muss aber weitere Sparmöglichkeiten prüfen.Passend zum Artikel
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