ErklärtDie Zürcher Zentralwäscherei soll bis 2035 mit städtischem Geld zwischengenutzt werden. Doch am linken Kulturlokal gibt es KritikDie Abstimmung vom 14. Juni im Überblick.15.05.2026, 05.00 Uhr3 LeseminutenIn der Zentralwäscherei ist es in den letzten Jahren zu diskriminierenden Vorfällen gekommen.KeystoneWorum geht es?Das Josef-Areal im Kreis 5 gehört der Stadt Zürich und wird seit 2021 zwischengenutzt. Herzstück ist die ehemalige Zentralwäscherei mit Kulturzentrum, Sporthalle, Werkstätten, Ateliers und Arbeitsräumen. Nun will die Stadt Zürich die Zwischennutzung bis zum Jahr 2035 verlängern. Dafür beantragt sie einen Kredit von knapp acht Millionen Franken.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Warum soll die Zwischennutzung verlängert werden?Auf dem Areal ist ein neuer Stadtteil mit gemeinnützigen Wohnungen, Alterswohnungen, einem Gesundheitszentrum für das Alter, Räumen für Quartier und Gewerbe, einem Hallenbad und einem Park geplant. Ursprünglich war die Zwischennutzung bis Ende 2025 vorgesehen. Weil aber die linke Mehrheit des Stadtparlaments die gemeinnützigen Wohnungen zusätzlich zum ursprünglichen Projekt verlangt, kommt es zu Verzögerungen. Die Bauarbeiten beginnen frühestens 2035.Damit das Areal nicht leer steht, will die Stadt die Zwischennutzung verlängern. Für den Betrieb der verschiedenen Angebote und das Personal entstehen Mehrkosten. Darum soll der bisherige Kredit von rund 18,43 Millionen Franken auf 27,48 Millionen Franken erhöht werden.Weshalb ist die Zwischennutzung umstritten?Strittig sind die im Kredit enthaltenen Subventionen von knapp 2 Millionen Franken für das Kulturlokal, das vom Verein Zentralwäscherei Zürich betrieben wird. Darin ist es mehrmals zu Zwischenfällen gekommen. Der Verein sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, das Lokal sei ein Treffpunkt für die judenfeindliche Szene.So bot er der linksextremen Gruppierung Revolutionärer Aufbau eine Plattform, die in dem Kulturraum einen führenden Vertreter des antisemitischen Netzwerks Samidoun auftreten liess. Letzten Sommer war die Uno-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese an einem Podium zu Gast. Kritiker sagen, sie verharmlose die Terrorangriffe der Hamas vom 7. Oktober 2023.Und im November führte die Gruppierung Students for Palestine einen «Fundraiser for Gaza» durch, an dem problematische Merchandising-Artikel verkauft wurden.Was sagen die Befürworter?Die Linken und die Mitte-Parteien sehen die Zentralwäscherei als wichtigen und niederschwelligen Freiraum für Jugendliche und junge Erwachsene mit nichtkommerziellen Räumen. Sie argumentieren, dass die Mehrheit der Veranstaltungen im Kulturlokal unproblematisch verlaufen sei. Die Angebote auf dem Areal brauche es weiterhin. Zudem habe der Stadtrat die nötigen Schritte eingeleitet, um die Aktivitäten im Kulturlokal stärker zu kontrollieren. So hat das Sozialdepartement zwischen der Stadt und dem Verein einen weiteren Vertrag aufgesetzt, wonach Diskriminierung und antisemitische Propaganda nicht akzeptiert werden.Was sagen die Gegner?FDP und SVP gehen die Bemühungen des Stadtrats zu wenig weit. Sie befürchten, dass es auch in Zukunft zu diskriminierenden Vorfällen kommen könnte. Die FDP verlangte deshalb eine Konventionalstrafe bei weiteren problematischen Aktivitäten. Wer Diskriminierung eine Plattform biete, müsse mit harten Sanktionen und dem Entzug von Fördergeldern rechnen.Die SVP wiederum beantragte, den Betrieb des Kulturzentrums neu auszuschreiben, weil sonst keine inhaltliche Auseinandersetzung stattfinde. Beide Forderungen hatten im Parlament keine Chance. Deshalb lehnen die Parteien die verlängerte Zwischennutzung ab.Was sagen die Parteien?Die Haltung der NZZIn der Stadt Zürich gibt es ein vielfältiges Kulturangebot – und zwar nicht nur in staatlich subventionierten Häusern. Es leuchtet nicht ein, weshalb die Stadt weitere Millionen für eine Institution spricht, die in der Vergangenheit mehrfach und trotz gegenteiligen Beteuerungen extremistischen Anlässen eine Bühne geboten hat. Die NZZ empfiehlt ein Nein zum Kredit.Passend zum Artikel