Die Gegner der Keine-10-Millionen-Schweiz-Initiative wehren sich mit 9 Millionen FrankenDie neuesten Zahlen der Eidgenössischen Finanzkontrolle zeigen: Der Abstimmungskampf zu der SVP-Initiative dürfte einer der teuersten in der Geschichte sein.15.05.2026, 17.11 Uhr3 LeseminutenDas Ja-Lager arbeitet mit einem beträchtlichen Budget von gut 6,4 Millionen Franken. Das ist trotzdem weniger, als der Nein-Seite zur Verfügung steht.Urs Flüeler / KeystoneIn einem Monat entscheiden die Schweizerinnen und Schweizer an der Urne über die Keine-10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP. Schon jetzt steht fest: Der Abstimmungskampf ist einer der teuersten in der Geschichte. Gut 15,5 Millionen Franken sind bis am Mittwochnachmittag in die beiden Abstimmungskampagnen geflossen, wie den neuesten Daten der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zu entnehmen ist.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Economiesuisse steuert am meisten beiDen Gegnern der Vorlage, die vor einer «Chaos-Initiative» warnen, steht bis anhin mehr Geld zur Verfügung: gut 9 Millionen Franken, wobei über die Hälfte – also knapp 4,9 Millionen Franken – von der Allianz «Nein zur Chaos-Initiative» stammen. Diese finanziert sich zu 4,2 Millionen Franken von Economiesuisse. Der Schweizer Wirtschaftsdachverband ist offenbar besorgt. Nachdem er Ende November bereits 3,72 Millionen Franken an die Allianz «Nein zur Chaos-Initiative» überwiesen hatte, schickte er Anfang Mai weitere 0,5 Millionen Franken nach.Economiesuisse hat die Nein-Kampagne auch anderweitig unterstützt: beispielsweise indem der Verband der FDP 130 000 und der Mitte 100 000 Franken für den Abstimmungskampf überwiesen hat. Bekanntlich lehnen sämtliche Parteien ausser der SVP die Vorlage ab, wenngleich sich vermehrt Politikerinnen und Politiker als Abweichler outen: etwa die Mitte-Ständeräte Heidi Z’graggen oder Daniel Fässler.Die SP engagiert sich finanziell am stärksten gegen die 10-Millionen-Initiative, nämlich mit rund 1,6 Millionen Franken, die sich vor allem aus Kleinspenden zusammensetzen, die unter den meldepflichtigen 15 000 Franken bleiben.Über ein Budget von mehreren zehntausend Franken verfügen die Nein-Kampagnen von Gastrosuisse, dem Schweizer Tourismusverband oder der Fondation Genève Place Financière, der Stiftung des Genfer Finanzplatzes. Gar mit einem Gesamtwert von mehreren hunderttausend Franken bekämpft die Unia, die grösste Gewerkschaft in der Schweiz, die Initiative. Dazu gehören auch nicht-monetäre Leistungen.Blocher schiesst nochmals 30 000 nachDas Budget der Ja-Kampagnen beläuft sich auf gut 6,4 Millionen Franken – und konzentriert sich auf ein paar wenige Geldgeber, die sich hauptsächlich in einer Interessengemeinschaft vereinigen. Die nationale SVP hat dort 2,7 Millionen Franken einbezahlt, von der kantonalen Zürcher SVP kamen 750 000 Franken. Gut 1 Million Franken überwies die Stiftung für bürgerliche Politik. Dieser gehören mit dem SVP-Präsidenten Marcel Dettling oder dem SVP-Nationalrat Thomas Matter zwei Väter der 10-Millionen-Initiative an.Matter hat auch als Privatperson Geld eingeschossen, und zwar 250 000 Franken. Der SVP-Übervater Christoph Blocher finanzierte das Ja-Lager im April mit 100 000 Franken. Vor einer Woche legte er dann nochmals 30 000 nach. Etwa in dem Wissen um die Pattsituation bei den jüngsten Umfragen?Politische Unterstützung für ihre 10-Millionen-Initiative erhält die SVP bis in die politische Mitte. Finanzielle Unterstützung aber kommt offenbar keine von ausserhalb.Transparenz seit Anfang 2024Seit nun gut zwei Jahren müssen die Kampagnen ihre Budgets offenlegen, sofern sie 50 000 Franken übersteigen. In diesen zwei Jahren ist der gegenwärtige Abstimmungskampf der mit Abstand teuerste. Als Vergleich: Selbst bei der umstrittenen Abstimmung zum Autobahnausbau flossen nur 9,7 Millionen Franken in den Abstimmungskampf.Noch frappanter ist der Unterschied zum Zivildienstgesetz, das wie die 10-Millionen-Initiative am 14. Juni zur Abstimmung kommt. Dort beträgt das Budget des Ja-Lagers 300 000 Franken. Die Nein-Seite arbeitet mit einem Budget von 320 174 Franken. Macht in der Summe: 620 174 Franken. Nichts im Vergleich zu den 15,5 Millionen beim Abstimmungskampf der 10-Millionen-Initiative.Passend zum Artikel
Es sind schon über 15 Millionen in den Abstimmungskampf um die 10-Millionen-Initiative geflossen
Die neuesten Zahlen der Eidgenössischen Finanzkontrolle zeigen: Der Abstimmungskampf zu der SVP-Initiative dürfte einer der teuersten in der Geschichte sein.










