ErklärtKunsthaus-Subventionen, Politiker-Löhne, Sterbehilfe und Hochhäuser: Darüber stimmen die Zürcher am 27. September abDie wichtigsten Vorlagen kurz erklärt: Wer dafür ist, wer dagegen – und was die NZZ empfiehlt.Redaktion NZZ-Zürich29.08.2026, 05.04 Uhr3 LeseminutenBesucher vor dem Erweiterungsbau des Kunsthauses: Mit der Eröffnung stieg der Aufwand. Nun stimmen die Zürcher über eine Subventionserhöhung ab.Michael Buholzer / KeystoneKantonale VorlagenOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.LehrpersonalgesetzLehrerinnen und Lehrer der Zürcher Volksschule sollen mehr bezahlte Arbeitszeit erhalten. Die Vorlage des Kantonsrats sieht vor, dass Klassenlehrer für Elterngespräche und organisatorische Aufgaben 160 Stunden pro Jahr und Klasse erhalten sollen. Das sind bis zu 40 mehr als in einem Vorschlag, den Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) dem Parlament präsentiert hatte. Zusätzlich sollen alle Lehrerpersonen mehr Zeit zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts vergütet bekommen.Das bedeutet, dass Primar- und Sekundarlehrerinnen und -lehrer weniger Lektionen unterrichten würden. Es müssten zusätzliche Stellen geschaffen werden. Die Mehrkosten der Gesetzesänderung belaufen sich auf 83 Millionen Franken pro Jahr. 67,3 Millionen davon hätten die Gemeinden zu tragen. Daher haben 102 Zürcher Gemeinden das Referendum dagegen ergriffen.Die NZZ lehnt die Vorlage ab. Die Folgen des aufgeblähten Pakets sind zu teuer. Entlastet werden die Lehrerinnen und Lehrer nicht, da das eigentliche Problem unberührt bleibt: Zu viele Zusatzaufgaben lenken ab von gutem Unterricht im Klassenzimmer, dem Kernauftrag von Schule.Sterbehilfe in Alters- und PflegeheimenSollen die Bewohner von Alters- und Pflegeheimen mit Sterbehilfe aus dem Leben scheiden dürfen – in ihrem Zimmer, und auch wenn die Heimleitung den assistierten Suizid ablehnt? Eine solche Duldungspflicht will das Zürcher Parlament im Patienten- und Gesundheitsgesetz verankern. Es ist der Gegenvorschlag zu einer Volksinitiative von Sterbehilfeorganisationen, die mittlerweile zurückgezogen wurde. In den meisten Heimen des Kantons gilt eine Duldungspflicht bereits heute. Für private Heime – oft mit religiösem Hintergrund – gab es bisher jedoch eine Ausnahme.Die NZZ unterstützt die Vorlage. Das Selbstbestimmungsrecht der Sterbenden wiegt in diesem Fall schwerer als die Wirtschafts- und Glaubensfreiheit der betroffenen Institutionen.Stadtzürcher VorlagenHöhere Subventionen für das KunsthausDas Kunsthaus ist in Geldnöten. Mit der Eröffnung des Chipperfield-Erweiterungsbaus stieg der Aufwand für Betrieb und Unterhalt, doch bei der Planung waren insbesondere die Personalkosten unterschätzt worden. Nun beantragt die Museumsleitung eine Erhöhung der Subventionen um 7,3 Millionen Franken pro Jahr. Damit steigt die finanzielle Unterstützung auf jährlich 25,8 Millionen.Die NZZ unterstützt die Vorlage. Das Kunstmuseum muss kostenbewusster denken. Die gemeinsame Trägerschaft von Privaten und öffentlicher Hand hat sich aber bewährt.Mehr Lohn für die StadtparlamentarierDie 125 Mitglieder des Stadtparlaments sollen für ihr Engagement eine höhere Entschädigung erhalten. Heute sind es rund 16 000 Franken pro Person und Jahr, künftig sollen es 20 800 Franken sein, also rund 30 Prozent mehr. Erhöht wird insbesondere die Grundentschädigung für das Mandat von heute 260 auf 500 Franken pro Monat. Personen mit Kindern unter 12 Jahren erhalten zusätzlich 100 Franken Babysittergeld. Für zwei Stunden Ratssitzung gibt es 140 statt 130 Franken. Jede weitere volle Viertelstunde wird mit 17 Franken 50 vergütet. Heute sind es 30 Franken pro weitere halbe Stunde.Die NZZ lehnt die Vorlage ab. Die Arbeit in einem Parlament ist nicht mit einer Tätigkeit in der Privatwirtschaft vergleichbar. Sie sollte ein Dienst an der Gesellschaft sein.Hochhausrichtlinien mit oder ohne Gebiete für 40 Meter-Türme2024 hat der Stadtrat Hochhausrichtlinien mit Gebieten für 40, 60 und 80 Meter hohe Häuser beschlossen. Das Stadtparlament hat den Stadträtlichen Vorschlag stark überarbeitet und die Gebiete für 40-Meter-Türme weitgehend gestrichen. Dagegen haben FDP, GLP und Mitte das Referendum ergriffen und es kommt zur Abstimmung. Der Stadtrat hat seine ursprüngliche Fassung der Hochhausrichtlinien als Gegenvorschlag eingebracht.Die NZZ empfiehlt ein Ja zum Gegenvorschlag des Stadtrats. Die Stadt Zürich wächst, freie Flächen sind zunehmend rar. Es braucht deshalb verschiedene Möglichkeiten, Grundstücke zu bebauen – auch mit Gebäuden bis 40 Meter Höhe. Ein Verzicht darauf, wie in der Vorlage des Gemeinderats vorgesehen, schränkt Bauherren ein und wirkt sich negativ auf die Bautätigkeit aus.Passend zum Artikel