The Market Risk BarometerNach der Rede von Kevin Warsh in Jackson Hole steigen die Zinserwartungen der Märkte. Insgesamt reagieren die Börsen verhalten auf die Nachricht. Das Risk Barometer trübt sich im Wochenvergleich leicht ein.Die Rede des Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed) Kevin Warsh anlässlich des jährlichen Wirtschaftssymposiums in Jackson Hole war mit Spannung erwartet worden. «Das Preisstabilitätsziel des Fed von 2%, gemessen am Preisindex der Konsumentenausgaben, ist ein festes, unveränderliches Ziel», liess er verlauten und bestätigte, es sei die Aufgabe der Notenbank, für stabile Preise zu sorgen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Mit diesen Aussagen hat Warsh die Gemüter einiger Marktbeobachter besänftigt. Denn nach den beiden letzten Sitzungen des Fed unter seiner Führung sind an den Märkten vermehrt Zweifel aufgekommen, ob die Währungshüter der Teuerungsbekämpfung tatsächlich die nötige Aufmerksamkeit schenken. Mit seiner eher falkenhaften Rede vergangene Woche hat er nun Gegensteuer gegeben.Das zeigt sich an den Zinserwartungen: Futures-Kontrakte auf die Fed Funds Target Rate preisen neu eine Wahrscheinlichkeit von knapp über 60% ein, dass es am 16. September zu einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte auf ein Zielband von 3,75 bis 4% kommen wird. Vor der Rede lag der Wert deutlich niedriger bei 35%.Starker DaxTrotz der Aussicht auf eine Zinserhöhung zeigten sich die wichtigsten Börsenplätze in der vergangenen Woche zumeist freundlich, wobei deutsche Valoren, gemessen am Dax (+1,7%), die Konkurrenz klar ausstachen. Mit einigem Abstand folgte auf Platz zwei der japanische Nikkei 225, der um 0,6% vorrückte. Auch die US-Barometer S&P 500 (+0,5%) und Nasdaq 100 (+0,4%) verzeichneten Avancen. Der Euro Stoxx 50 legte um 0,4% zu.Der Londoner FTSE 100 schloss gerade noch im grünen Bereich (+0,1%), während der Schwellenländerindex von MSCI die Woche unverändert beendete. Weniger erfreulich schnitt der Swiss Market Index ab: Er büsste 0,4% an Wert ein. Die rote Laterne trug jedoch der MSCI China, der 1,2% verlor.Energieaktien geben Terrain preisBei den globalen Aktiensektoren setzte sich Technologie mit einem Kursplus von 1,7% an die Spitze des Feldes, gefolgt von Kommunikation (+1,3%) und Finanz (+1%). Grundstoffe (+0,3%) bewegten sich im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt.Das Gros der Branchen verzeichnete indes Verluste. Versorger- (–0,2%), Basiskonsumgüter- (–0,5%) sowie Industriewerte (–0,8%) rutschten leicht ins Minus. Stärker unter Abgabedruck gerieten die Sektoren Immobilien (–1,1%) und Gesundheit (–2,1%). Am stärksten verloren allerdings Energieaktien, die einen Rücksetzer von 2,4% hinnehmen mussten.Risk Barometer bleibt im neutralen BereichVor dem Hintergrund der insgesamt wenig berauschenden Kursentwicklung hat sich die Stimmung der Marktteilnehmer leicht abgekühlt. Das Risk Barometer von The Market nahm von 56 auf 52 Zähler ab, womit es unverändert im neutralen Terrain und knapp über dem langjährigen Mittelwert notiert.Ein Blick auf die neun Inputfaktoren offenbart ein sehr heterogenes Muster: fünf Indikatoren haben sich leicht verbessert, vier haben sich eingetrübt. So ist die erwartete Volatilität sowohl auf den US-Leitindex S&P 500 als auch auf den Euro Stoxx 50 im Wochenvergleich gefallen, was einen höheren Risikoappetit erkennen lässt.Im Gegenzug haben Anleger verstärkt Put-Optionen nachgefragt, um sich gegen fallende Notierungen abzusichern. Zudem blieben Small Caps hinter den Large Caps zurück, während zyklische Marktsegmente relativ zu defensiven Valoren zuletzt etwas an Schwung eingebüsst haben.In der Summe sorgten diese Verschiebungen für einen geringfügigen Rückgang im Risk Barometer.Zahlreiche Firmenberichte im FokusObschon die Berichtssaison ihren Höhepunkt überschritten hat, legen in den kommenden Tagen einige namhafte Unternehmen ihre Zahlen vor. Am Montag steht u.a. der Techkonzern SAIC im Mittelpunkt. Am Dienstag folgen die Ergebnisse von Dell, Nio, Medtronic, MongoDB, Partners Group, Palo Alto Networks und Swiss Life.Der Mittwoch bringt Aufschluss über die Geschäftsentwicklung von Broadcom, Hewlett Packard Enterprise sowie Snowflake. Am Donnerstag richtet sich das Augenmerk auf Campbell’s, Ciena, Lululemon, Victoria’s Secret und Wiley.Aus makroökonomischer Sicht relevant sind die Einkaufsmanagerindizes, die für die meisten Länder am Dienstag (Industrie-PMI) und am Donnerstag (Dienstleistungs- und Gesamt-PMI) veröffentlicht werden. Sie zählen zu den verlässlichsten konjunkturellen Frühindikatoren.Am Freitag werden die Schweizer Arbeitslosenzahlen sowie der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.