The Market Risk BarometerDer US-Finanzminister Scott Bessent versucht, den Anleihenmarkt zu besänftigen. Die steigenden Zinsen belasten zwar die Börsen, das Risk Barometer bleibt aber stabil.Eine der wichtigsten Entwicklungen für die Märkte ist der Anstieg der Kapitalmarktzinsen. Rund um den Globus streben die langfristigen Zinsen derzeit nach oben, nur die Schweiz bildet bislang eine Ausnahme. So ist in den USA die Rendite 10-jähriger Treasury Notes allein in diesem Jahr um rund 0,6 Prozentpunkte auf 4,7% geklettert. Die Rendite 30-jähriger Treasury Bonds kletterte vorübergehend auf 5,3%, was dem höchsten Wert seit 19 Jahren entspricht. In Ländern wie Japan, dem Vereinigten Königreich oder in Deutschland sieht es nicht viel besser aus.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Angesichts der steigenden Renditen wurde der US-Finanzminister Scott Bessent zunehmend nervös. Denn höhere Zinsen verteuern den Schuldendienst, der nach dem Gesundheitswesen und der staatlichen Altersvorsorge mittlerweile der drittgrösste Ausgabeposten der amerikanischen Regierung ist. Und die Schulden steigen unvermindert: In der vergangenen Woche überschritten sie erstmals die Marke von 40 Bio. $.Am Mittwoch kündigte Bessent an, das Treasury werde sein laufendes Rückkaufprogramm für langfristige Staatsanleihen in den kommenden zwei Monaten «mindestens verdoppeln». Einen Tag später ergänzte er, es könne auch noch mehr sein. Das Ziel: die Anleihenpreise in die Höhe und die Renditen nach unten zu drücken. Vorübergehend sorgte die Ankündigung auch für Entspannung, doch zum Wochenausklang zeigten die Zinsen wieder nach oben.Im Gegenzug gab der Dollar spürbar nach. Viele Marktteilnehmer schichteten in Sachwerte um: Edelmetalle, Bitcoin sowie die Aktienkurse von Goldminen-, Rohstoff- und Energiekonzernen vollführten einen kräftigen Sprung nach oben.Japanische Aktien unter DruckAktien global spürten derweil Gegenwind (–0,9%). In der vergangenen Woche verzeichnete auch die Mehrheit der Länderindizes einen Rücksetzer, wobei sich chinesische Aktien (+2,8%) dem Abwärtstrend zu widersetzen vermochten. Der breite Schwellenländerindex von MSCI (+1,2%) beendete die Woche ebenfalls mit einer Avance. Auf dem alten Kontinent stiegen der Londoner FTSE 100 (+0,6%) sowie der Swiss Market Index (+0,5%), der von der starken Wochenperformance der Indexschwergewichte Novartis (+4,1%) und Roche (+5,8%) profitierte.Deutlich weniger erfreulich entwickelten sich die amerikanischen Barometer: Während der Leitindex S&P 500 1,4% verlor, büsste der Nasdaq 100 sogar 2,5% an Wert ein. Das Schlusslicht bildete der japanische Nikkei 225, der im Wochenverlauf einen Rücksetzer um deutliche 3,9% erlitt.Grundstoffe und Gesundheit preschen vorBei den globalen Aktiensektoren waren Grundstoffe (+4,5%), Gesundheit (+4,2%) sowie Energie (+2,8%) gefragt. Die übrigen Branchen entwickelten sich schwach. Während der zyklische Konsum (–0,4%), Immobilien (–0,5%) und Basiskonsum (–0,8%) vergleichsweise glimpflich davonkamen, gerieten Versorgeraktien (–2,1%) stärker unter Druck.Noch heftiger erwischte es Industrieaktien, die um 2,8% absackten, während Technologiewerte sogar einen Verlust von 3,3% verschmerzen mussten.Stabiles Risk BarometerTrotz der insgesamt verhaltenen Kursentwicklung vieler Aktienindizes zeigte sich die Stimmung unter den Marktteilnehmern bemerkenswert gefestigt. Wie bereits vor einer Woche notiert das Risk Barometer bei 56 Zählern, womit es sich unverändert im neutralen Band und leicht über dem langjährigen Mittelwert bewegt.Während sich die neun Inputfaktoren insgesamt die Waage hielten, signalisierte der Anstieg der Volatilitätsindizes auf den S&P 500 sowie auf den Euro Stoxx 50 eine leicht höhere Anspannung. Das bessere Abschneiden grosskapitalisierter Unternehmen im Vergleich zu ihren kleineren Pendants zeugt ebenfalls von einer zunehmenden Risikoaversion.Da zyklische Valoren zuletzt aber besser abgeschnitten haben als defensive Aktien und die Anleger verstärkt Call-Optionen nachfragten, blieb das Barometer im Vergleich zur Vorwoche stabil.Nvidia und Salesforce im ScheinwerferlichtIn der laufenden Woche werden die Ergebnisse einiger gewichtiger Technologie- und Detailhandelskonzerne erwartet. So legen heute Montag u.a. XPeng, Pinduoduo und Woodside Energy ihren Geschäftszahlen vor. Am Dienstag folgen Dick’s Sporting Goods, Scotiabank, Intuit sowie Zoom Video.Quelle: Earnings WhispersDen Höhepunkt stellt der Mittwoch dar: An diesem Tag präsentieren Abercrombie & Fitch, CrowdStrike, Nvidia und Salesforce ihr Ergebnis. Am Donnerstag folgen Best Buy, Dollar General, Marvell Technology, RBC sowie Ulta Beauty.Zu den wichtigsten Konjunkturdaten gehören u.a. der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland sowie das Conference-Board-Konsumentenvertrauen in den USA. Beide werden morgen Dienstag publiziert.Am Donnerstag beginnt das jährliche Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming, anlässlich dessen der Fed-Vorsitzende Kevin Warsh am Freitag eine Rede halten wird. Am Freitag wird in der Schweiz das Kof-Konjunkturbarometer publiziert, in den USA stehen das von der Universität Michigan ermittelte Konsumentenvertrauen sowie die Inflationserwartungen auf dem Programm.
Risk Barometer: Die Marktteilnehmer lassen sich nicht verunsichern
In den USA versucht Finanzminister Scott Bessent, die Zinsen zu unterdrücken. Die Anleger flüchten in «harte Vermögenswerte».













