The Market Risk BarometerDie Notenbanken in den USA, Japan und dem Vereinigten Königreich lassen ihre Geldpolitik unverändert. Das Risk Barometer erholt sich etwas.Bei der US-Notenbank (Fed) lautet die Devise weiterhin Abwarten: Am Mittwoch beliess der Offenmarktausschuss das Zielband für die Fed Funds Rate wie erwartet bei 3,5 bis 3,75%. Seit das Fed den Leitzins letztmals verändert hat, sind rund siebeneinhalb Monate vergangen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Allerdings herrschte keine Einigkeit: Drei der insgesamt zwölf stimmberechtigten Mitglieder – Beth Hammack (Cleveland Fed), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas) – sprachen sich für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte aus. Dies, weil der anhaltende Krieg im Nahen Osten dafür sorgt, dass die Energiepreise erhöht bleiben, was für neuerlichen Inflationsdruck sorgt. Die Bank of England sowie die Bank of Japan liessen die Leitzinsen ebenfalls unverändert.Interventionen zugunsten des YenFür Impulse sorgten in der vergangenen Woche einzelne Unternehmensergebnisse, insbesondere aus dem Technologiesektor. Nachdem erneute Sorgen aufkamen, die enormen Investitionen in die KI-Infrastruktur würden sich für viele Konzerne nicht rechnen, richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger insbesondere auf die Zahlen von Amazon, Meta und Microsoft. Während Amazon und Microsoft überzeugten, wurde das Ergebnis von Meta ungnädig aufgenommen. Insgesamt zeigte sich jedoch, dass die Börsianer durchaus differenzieren und sich nicht wahllos von Aktien aus dem Technologiesektor abwenden.Zum Wochenauftakt sorgten die Devisen-Interventionen Japans und der USA für Aufsehen. Die beiden Länder haben eingegriffen, um der Yen-Schwäche entgegenzuwirken, wie die Finanzminister beider Länder kommunizierten. In der Folge legte der Yen gegenüber dem Dollar markant zu - zeitweilig kostete ein Greenback noch rund 155 Yen, nach gegen 164 in der vergangenen Woche. Derzeit notiert der Wechselkurs bei rund 157 Yen pro Dollar. Der Nikkei 225 in Tokio reagierte mit Abgaben auf die stärkere Währung.Schlusslicht Nikkei 225Die internationalen Aktienmärkte präsentierten sich in der vergangenen Woche überwiegend freundlich, wobei chinesische Aktien positiv hervorstachen. Der MSCI China rückte um 3,9% vor, womit er sich einsam an die Spitze der Performance-Rangliste setzte. Der breite Schwellenländerindex von MSCI vermochte mit einem Zuwachs von 2,3% ebenso zu überzeugen wie auch der Dax, der 2,1% gewann.Auch der Londoner FTSE 100 (+1,2%), der Euro Stoxx 50 (+1,2%) sowie der US-Leitindex S&P 500 (+1,1%) zeigten eine ansprechende Kursentwicklung.Auf den hinteren Plätzen notierte der Nasdaq, der lediglich 0,5% zulegte. Noch schwächer war der Swiss Market Index, der die Woche nahezu unverändert beendete. Als einziger der wichtigen Börsenbarometern erlitt der Nikkei 225 (–0,4%) einen Rücksetzer.Zyklischer Konsum zeigt GegenbewegungBei den globalen Aktiensektoren hat der zyklische Konsum eine beeindruckende Aufholbewegung hingelegt: Mit einem Plus von 7,5% liess er sogar die starken Kommunikationswerte (+4,7%) klar hinter sich. Auf dem dritten Platz notierte der defensive Basiskonsumgütersektor (+1,9%). Finanzwerte (+1,3%) schnitten ebenfalls überdurchschnittlich ab.Während sich fünf Branchen – Industrie, Gesundheit, Energie, Grundstoffe und Technologie – im Wochenvergleich kaum bewegten, litten die zinssensitiven Immobilientitel (–1,4%) und Versorgerwerte (–3,2%) unter den steigenden Renditen am Kapitalmarkt.Risk Barometer bleibt schwachMit der Erholung an den Aktienmärkten hat sich auch die Stimmung unter den Marktteilnehmern etwas aufgehellt. Das Risk Barometer von The Market erhöhte sich von 38 auf derzeit 43 Zähler, womit es sich wieder dem langjährigen Mittelwert von 50 nähert. Noch dominiert jedoch die Vorsicht unter den Investoren.Während sich sechs der insgesamt neun Inputfaktoren verbesserten, waren primär deren drei für den Anstieg des Barometers verantwortlich: So signalisiert der Volatilitätsindex Vix, der die erwarteten Kursschwankungen des S&P 500 abbildet, eine spürbare Beruhigung der Lage. Gleichzeitig fragen die Marktteilnehmer verstärkt Call-Optionen nach, die überdurchschnittlich von steigenden Aktienkursen profitieren. Drittens, schliesslich, lässt auch die jüngste Präferenzverschiebung von defensiven zu zyklischen Aktiensegmenten einen steigenden Risikoappetit erkennen.Als Gegengewicht fungierten die Small Caps, die in der vergangenen Wochen gegenüber den Large Caps ins Hintertreffen gerieten, sowie die etwas vorsichtigeren US-Privatinvestoren. Unter dem Strich überwogen allerdings die positiven Faktoren.Weitere UnternehmensnachrichtenDerweil legen auch in der neuen Woche viele relevante Unternehmen ihre Zahlen vor (siehe Tabelle). Zu den prominentesten zählen u.a. CNH Industrial, Marriott und Palantir (heute Montag), AMD, Caterpillar, McDonald’s, Pfizer und SpaceX (Dienstag).Am Mittwoch folgen Eli Lilly, Glencore, Mercado Libre, Novo Nordisk, Shopify, Sandisk sowie Uber und Walt Disney. Am Donnerstag stehen Airbnb, Celsius, ConocoPhillips, Swiss Re und Zurich Insurance im Fokus der Marktteilnehmer. Zum Wochenausklang präsentieren Under Armour und Wendy’s ihr Ergebnis.Quelle: Earnings WhispersIn Sachen Konjunkturdaten stehen heute die Industrie-Einkaufsmanagerindizes im Fokus, am Mittwoch folgen dann in den meisten Ländern die entsprechenden Barometer für den Dienstleistungssektor. Am Freitag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.