«NZZ Bellevue» feiert sein 10-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass stellen wir unsere «Bellevue»-Crew vor: zehn Persönlichkeiten aus der Schweiz, die mit ihrem Schaffen inspirieren. Diesmal spricht der Gastronom Claudio Sacchi darüber, weshalb für ihn Gastfreundschaft über allem steht.NZZ Bellevue: Wofür sind Sie den meisten Menschen bekannt?Claudio Sacchi: Wahrscheinlich für meinen Negroni. Aber ich glaube, der Hauptgrund liegt nicht im Produkt selbst, sondern in der Gastfreundschaft der Bar Sacchi. Die steht über allem. Bei uns soll möglichst nichts unmöglich sein.Welche Lektion hat Ihnen die Gastronomie beigebracht?Man muss extrem flexibel sein. Die Gastronomie ist sehr volatil, und es braucht Erfahrung, um damit umzugehen. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass man nicht den perfekten Ort schaffen muss. Wenn man etwas mit Herzblut und Überzeugung macht, wird das auch anerkannt.Über das «Bellevue»-Crew-Mitglied: Claudio Sacchi – Gastronom und Barbetreiber Claudio Sacchi ist Inhaber und Geschäftsführer der Bar Sacchi am Zürcher Lochergut. Der Stadtzürcher mit italienischen Wurzeln war zuvor in Gastrobetrieben wie «La Stanza» oder der Dante-Bar involviert. Später eröffnete er mit Partnern die Bar Lupo, die jedoch im Oktober wegen geplanter Sanierungsarbeiten schliessen muss. Sacchi gehört zu den Gastronomen, die Zürich in den vergangenen Jahren stark mitgeprägt haben. PD Wie hat sich die Branche selbst in den letzten zehn Jahren verändert?Sie steckt momentan in einer unsicheren Phase, der Konsum ist zurückgegangen. Ich glaube jedoch, dass die richtigen Leute mit den richtigen Konzepten auch diesen Moment überstehen werden: jene, die an das glauben, was sie machen, und, wenn es holprig wird, auch mal einen Schritt zurücktreten, sich neu aufstellen und dann wieder zuschlagen, wenn es aufwärtsgeht.Was hat Ihnen selbst den Mut gegeben, eine eigene Bar zu eröffnen?Nach vielen Jahren in der Gastronomie wollte ich einen Ort schaffen, der unkompliziert ist, für alle zugänglich, aber trotzdem hohe Qualität bietet. Den Ausschlag gab dann aber der Zufall: An dem Ort, an dem ich lange gelebt hatte, wurde eine überschaubare Räumlichkeit frei – noch bevor sich dies herumgesprochen hatte. PD Als Claudio Sacchi 2017 seine erste Bar am Lochergut eröffnete, befand sich das Quartier nach der Verkehrsberuhigung der Weststrasse gerade im Aufschwung. Gab es einen Moment, in dem Sie dachten: Jetzt hat sich alles gelohnt?Den einen Moment gab es nicht, eher mehrere: als die ersten Gäste kamen und mit einem Lächeln wieder gingen, als ich unzählige neue Menschen kennengelernt habe und die Bar zum Stammlokal für viele junge Zürcherinnen und Zürcher wurde. Das Echo auf das, was und wie ich es mache, hat mir gezeigt: Zürich hat mich aufgenommen.Wie sieht die Tagesroutine eines Barbetreibers aus?Morgens starte ich meistens in der «Sacchi», trinke einen Kaffee und führe erste Gespräche mit Mitarbeitern und Kunden wie auch Lieferanten. Danach geht es ins Büro, wo ich Projekte plane, neue Rezepte und Produkte entwickle und E-Mails beantworte. Am frühen Abend, wenn die Hauptzeit in der Gastronomie beginnt, schaue ich wieder in der Bar vorbei, ob alles läuft, kümmere mich um die Gästebetreuung, leite Anlässe und feile weiter an den Details. Kein Tag gleicht dem anderen. Mein Alltag ist bunt und abwechslungsreich. Manchmal ist mehr los, manchmal weniger. Für Claudio Sacchi steht und fällt die Qualität einer Bar mit dem Personal. Hinzu kommen faire Preise, der Verzicht auf Mogelpackungen, gute Produkte und immer ein wenig Innovation. PD Wovon träumen Sie noch?Ich hoffe, dass wir noch viele Jahre so weitermachen können, unsere Gäste mit Neuheiten überraschen und glücklich machen und dass ich nie mit Robotern arbeiten muss.Und was wünschen Sie «NZZ Bellevue» für die nächsten zehn Jahre?Ich wünsche «NZZ Bellevue» weiterhin viel Erfolg und vor allem viele gute Geschichten. Ich hoffe, dass das Portal so bleibt, wie es ist, und auch weiterhin Menschen wie mir eine Plattform bietet, die ihre Leidenschaft ausleben und ein Teil von Zürich sind.Über die «Bellevue»-Crew 10 Jahre – 10 spannende Menschen Die Schweizer Kreativszene prägt «NZZ Bellevue» seit dessen Gründung vor zehn Jahren. Anlässlich unseres Jubiläums haben wir zehn spannende Menschen zu ihrem Schaffen und ihrem Bezug zu unserem Portal befragt. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Claudio Sacchi: Warum Gastfreundschaft für den Zürcher Gastronomen über allem steht
«NZZ Bellevue» feiert sein 10-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass stellen wir unsere «Bellevue»-Crew vor. Diesmal spricht Claudio Sacchi über Gastfreundschaft.







