«NZZ Bellevue» feiert sein 10-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass stellen wir unsere «Bellevue»-Crew vor: zehn Persönlichkeiten aus der Schweiz, die mit ihrem Schaffen inspirieren. Zum Auftakt spricht Noah Bachofen darüber, was für ihn das schöne Leben ausmacht.«NZZ Bellevue»: Sind Sie ein Genussmensch?Noah Bachofen: Absolut. Mein ganzes Leben dreht sich um Genuss, privat wie beruflich. Ich tue mich schwer mit Dingen, die einfach nur praktisch sind. Ob beim Kochen, im Restaurant oder auf Reisen: Es soll nicht nur funktionieren, sondern Freude bereiten und ein Erlebnis sein.Was bedeutet für Sie das schöne Leben?Vor allem, Zeit zu haben. Zeit für meine Familie, Zeit, Neues auszuprobieren und unvergessliche Momente zu schaffen. Ein gutes Essen, eine Flasche Wein mit Freunden oder ein spontaner Ausflug bedeuten für mich oft mehr als materielle Dinge.Über das «Bellevue»-Crew-Mitglied: Noah Bachofen – Koch und Food-Influencer Noah Bachofen wuchs in Netstal (GL) auf und absolvierte seine Kochlehre im Restaurant Sonne in Elm. Der ehemalige Souschef des vegetarischen Zwei-Sterne-Lokals Magdalena zählt heute zu den erfolgreichsten Food-Influencern der Schweiz. Mit seinen Kochvideos macht er zeitgemässe Küche zugänglich und erreicht damit Hunderttausende. Claude Gasser Gab es einen Moment, in dem Ihnen klar wurde: Ich möchte Koch werden?Ja. Als Kind wollte ich eigentlich Bäcker werden. Mit etwa vierzehn Jahren machte ich einen Schnuppertag in einer Bäckerei. Mir wurde aber schnell klar, dass der Beruf viel weniger kreativ war, als ich erwartet hatte, und dass sich die Arbeit jeden Tag wiederholte. Am Ende dieses Tages wusste ich: Eigentlich möchte ich Koch werden. Diese Entscheidung habe ich nie bereut.Was hat Sie dazu veranlasst, sich später selbständig zu machen?Der Wunsch war schon immer da. Früher dachte ich, ich würde irgendwann mein eigenes Restaurant eröffnen. Als sich dann die Chance mit Social Media ergab, habe ich gemerkt, dass das der richtige Weg für mich ist. Ein Restaurant kann ich auch noch in zehn Jahren eröffnen.Wäre Ihre Karriere ohne Social Media anders verlaufen?Komplett. Social Media haben mir Möglichkeiten eröffnet, die es früher in dieser Form gar nicht gab. Ohne Social Media würde Noah Bachofen heute wohl ein Restaurant führen und keinen Social-Media-Kanal, meint er. PD Ist es heute schwieriger, originell zu sein?Wahrscheinlich schon. Durch Social Media ist alles jederzeit verfügbar, und man hat das Gefühl, schon alles gesehen zu haben. Umso wichtiger ist es, seinen eigenen Stil zu finden, statt einfach Trends nachzumachen.Welcher Moment in einer Küche ist Ihr liebster?Wenn ich ganz allein für mich koche. Keine Kamera, keine Gäste, kein Zeitdruck. Einfach Musik an, etwas Leckeres kochen und den Moment geniessen. Das mache ich bis heute unglaublich gerne. Eine Zutat, die jedes Gericht besser macht?Mein Kochherz sagt: ein Schuss Wein oder etwas Zitronenabrieb. Mein Bauch sagt: Butter. Wahrscheinlich hat mein Bauch auch recht. Butter ist für mich einer der wichtigsten Geschmacksträger überhaupt. Sie bringt Fülle, Tiefe und eine schöne Rundheit in Gerichte, egal ob Saucen, Pasta, Risotto, Fisch oder Fleisch. Eigentlich gibt es kaum etwas Herzhaftes, das nicht von etwas Butter profitiert.Ihr Lieblingsrestaurant?Um meine Heimat etwas zu pushen, sage ich das «Kubli» in Glarus. Das «Kindli» in Zürich gehört aber genauso zu meinen Favoriten. Beide stehen für ehrliche Gastfreundschaft und grossartige Küche.Was würden Sie den Leserinnen und Lesern von «NZZ Bellevue» für ein schönes Leben empfehlen?Weniger optimieren, mehr geniessen. Oder wie ich gerne sage: «Stop tracking, keep snacking.»Über die «Bellevue»-Crew 10 Jahre – 10 spannende Menschen Die Schweizer Kreativszene prägt «NZZ Bellevue» seit dessen Gründung vor 10 Jahren. Anlässlich unseres Jubiläums haben wir zehn spannende Menschen zu ihrem Schaffen und ihrem Bezug zu unserem Portal befragt. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.