Dunkel dräuende Rockmusik und Literatur und Jazz sind Gründe genug, um einmal pro Woche in den Wedding zu fahren.
Schräger Kopf voll schräger Musik: Musikerin Jens aus der Wäsche stammt aus Chemnitz
Florian Merkel
D er Hitzesommer hängt noch im Schankraum des Alten Schweden. Seit den Zehnerjahren gibt es unter seiner Adresse im Wedding eine Kneipe. Bevor 2009 der Elch einzog, der über die Gäste und seit einiger Zeit über Musiker und Autoren wacht, hieß die Schankwirtschaft „Zur fleißigen Biene“. An einem Augustfreitag, der zerfließt wie Honig, singt die Chemnitzer Musikerin Jens Ausderwäsche ein Lied, das aus der Spur will: „Wollen wir heut ausgehʼn/ Oder wollʼn wir fahren?“
Jens, in ihrem Ausweis steht Jenny Kretzschmar, spielt eine elegische Gitarre, der sie in überraschenden Momenten merkliche Geräuschattacken entlockt, die Schlagzeuger Micha noch unterfüttert. An den Vorderrahmen der Basstrommel ist in Form einer Holzsägearbeit ein Peace-Zeichen montiert. Jens und Micha sind mit Kuscheltieren angereist. Er trägt ein T-Shirt der Hardrock-Hexer Black Sabbath. Der Friede kommt nicht auf leisen Pfoten daher.








