Der Tresen ist aus dunklem Holz, darüber reihen sich Flaschen in alten Regalen. An den Wänden hängen Fotografien, die von einem Berlin erzählen, das längst verschwunden ist. Hinter dem Ausschank steht Osman Beger. Seit drei Jahren führt der 50-Jährige das Wilhelm Hoeck – eine Traditionsgaststätte in Charlottenburg. Viel habe er restauriert, sagt er, „aber immer mit Respekt vor der Geschichte“. Auf der Speisekarte stehen Kalbsleber Berliner Art, Königsberger Klopse und Eisbein – Gerichte, die viele Deutsche kaum noch bestellen, für viele Berliner und Touristen aber nach wie vor zum Pflichtprogramm gehören.
Das Wilhelm Hoeck wurde 1892 als Wein-, Sekt- und Likörhandlung mit eigener Likörfabrik gegründet. Der heutige Schankraum diente ursprünglich als Probierstube, in der die Spirituosen verkostet wurden. Heute gilt das Haus als älteste Kneipe Charlottenburgs und zählt zu den traditionsreichsten Gaststätten der Hauptstadt. Rund zwei Drittel der Gäste seien Stammkunden, erzählt Beger, der Rest komme aus aller Welt. Besonders viele Touristen aus Asien fragten gezielt nach deutscher Hausmannskost. „Eisbein läuft immer“, sagt er und lacht.
Das Wilhelm Hoeck in Charlottenburg.
© Lauryn Zoe Hinsch









