Die neuen Gastgeber, Natacha und Alexander, haben gerufen. Und alle, alle kamen zur Wiedergeburt einer Legende: alte Nachbarn, neue, jüngere Nachbarn, Freunde von überall her. Und nicht nur Grauköpfe singen den Gassenhauer für Verliebte des mit seiner Gitarre gekommenen Komponisten Thomas Natschinski so enthusiastisch wie textsicher mit: „In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n, in der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n …“ Am Ende des Liedes zahlt jeder für sich. Und am Schluss gehen beide zu ihrer Tür. Weil sie es so will. Ein feministischer Song anno 1970.
Komponist und Sänger Thomas Natschinski bringt alles mit „Mokka Milch Eisbar“ zum Mitsingen und Grooven. Auch Entertainer Eckhart von Hirschhausen (l.) kann jetzt den Text
© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung
Damals hieß der Ort noch Eismilch-Mokka-Bar. Rhythmisch unsingbar für Beatles-Fan und Rockband-Leader Natschinski. Also textete er den Namen seiner Ostberliner Lieblingsbar um: Als das Lied im Radio erklang, bekam das Dach des Pavillons an der Karl-Marx-Allee quasi über Nacht die Leuchtschrift vom Refrain: Mokka Milch Eisbar. Wurde zum Sound des Ortes, die auf Vinyl gepresste Kult-Hymne sozusagen.
Am Mittwochabend, zur Eröffnungsparty der Wiederauferstandenen, mit Speis und Trank, DJ, charmanter Laudatio der Bezirksbürgermeisterin Remlinger und launiger Spiele-Meister-Moderation durch Eckhart von Hirschhausen, wirkten die Gäste allen Alters wie angesteckt von dem Motto Leichtigkeit an diesem wiedergewonnenen Ort für Gastronomie, Bar- und Caféhaus-Flair. Es macht einen so froh, die legendäre Bar so strahlend und mit offener Tür zu sehen, nach über 35 Jahren. Mit Gastraum, Tanz-Floor, Ausstellungskeller. Und zig Sorten Eis.










