Samstagabend, kurz nach 22 Uhr, die Lichter gehen aus. Andernorts würde das heißen: Jetzt ist Feierabend. Im Rolandseck in der Viktoriastraße in Schwabing aber geht es dann so richtig los.
Manche tanzen, manche knutschen, wieder andere müssen schreien, damit sie sich weiter unterhalten können. Und es wird voll: Weil die Gäste nach 22 Uhr reingeschickt werden, muss man sich an vielen Menschen vorbeiquetschen, um zur Bar zu kommen. Das Publikum ist jung, die Stimmung gut, der Aperol wird zu späterer Stunde in Plastikbechern serviert. Für viele ist das toll. Für Alexander Quiska nicht.
Seit der Eröffnung des Ladens im Frühjahr hat er deutlich weniger Spaß. Der 53-Jährige wohnt quasi gegenüber und beklagt mit mehreren anderen Anwohnern, dass in dem Wohnviertel rund um den Platz nun Zustände herrschen „wie auf dem Ballermann“. Zwar würden die Gäste ab 22 Uhr nach drinnen geschickt, aber im Raucherbereich würden sich dann immer noch viele aufhalten, die sich laut unterhalten oder gar herumschreien.
Selbst nach Lokalschluss gegen eins sei der Spuk nicht zu Ende. Auf dem Viktoriaplatz werde dann weitergefeiert. Dabei seien bereits Autos beschädigt worden. Die Hauswände seien vor Urin so wenig sicher wie die Anwohner vor Klingelstreichen. Das Rolandseck sei keine Kneipe mehr, sondern ein Club, der die Anwohner um viel bringe. Quiska ist nicht der Einzige, der das so sieht. Etwa 100 Beschwerden sind seit Mai im Kreisverwaltungsereferat (KVR) und bei der Polizei eingegangen, die meisten beziehen sich auf den Lärm und das Verhalten der Gäste.








