Schon seit knapp zwei Wochen gilt für eine Handvoll Kioske im Uni-Viertel nun ein Bierverkaufsverbot nach 22 Uhr. Weniger später folgte, was gemeinhin unter Chips-Verbot ab 20 Uhr firmiert. Wobei für Letzteres gilt: Es handelt sich tatsächlich weniger um ein neues Verbot als vielmehr um eine bestehende Regel im Sinne des Gaststättengesetzes, das nun mit Nachdruck vom zuständigen Kreisverwaltungsreferat durchgesetzt wird, Rollos vor einigen Chipsregalen inklusive. Über den Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen wird trefflich gestritten. Auch die Politik hat längst erkannt, dass sich das Thema für die eigenen Zwecke nutzen lässt. So nun auch „Die Partei“.
Nachdem sich die CSU rund um OB-Kandidat Clemens Baumgärtner in den vergangenen Wochen vor allem an die Seite der Anwohnerinnen und Anwohner, die sich über zu viel Müll und Lärm beklagen, gestellt hatte, stellt sich die Satirepartei nun an die Seite der Kioskbetreiber und jungen Feiernden. Das Motto der angemeldeten Demo ist dabei gewohnt provokativ: „Anwohner nerven“.
Als es kurz vor 20 Uhr am Samstagabend noch so aussieht, als würden die wenigen Parteimitglieder alleine mit etwa genauso vielen Polizisten die Schellingstraße zum Professor-Huber-Platz hinuntermarschieren müssen, ist daraus spätestens ab Höhe der Amalienstraße eine Menschentraube von immerhin gut 60 Demonstrierenden geworden. Unter ihnen sind neben Parteimitgliedern auch mehrere Kioskbetreiber, daneben mehr oder weniger junge Feiernde, viele davon mit Bier und Chipstüten in der Hand. Immer wieder rufen sie im Chor: „Chips und Bier, das lob’ ich mir.“






