Sie möchten kein Rezept oder Geschichte über Genuss und Ernährung mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:Anfang März hatte ich mich mit heroischer Willenskraft gezwungen nur zwei Zucchinisorten auszusäen. »Tromba d’albenga« und »Romanesco« – dabei gäbe es auch »Yellow Summer Crookneck«, »Bianca di Trieste« und viele mehr. Stellen Sie sich die Situation so vor, wie bei Odysseus und den Sirenen, dabei wäre ich Odysseus und der Chor der Zucchinisorten die Sirenen. Kaum erträglich, dabei reicht ja schon eine einzige Zucchinipflanze im Garten, um eine Familie mit ihren Früchten zu versorgen. So wurden es also zwei und irgendwo im Blätterdickicht versucht immer gerade eine Zucchini, sich vor mir zu verstecken, um dann innerhalb weniger Tage riesengroß durchzustarten. Kürzlich waren wir auch noch im Urlaub, ein Fehler im Sommer, ich weiß. Jedenfalls liegen sehr große Zucchini im Beet und wollen sinnvoll verbraucht werden. Ein paar versuche ich zu verschenken. Wenn Sie Freunde mit Zucchinipflanzen haben, kennen Sie sicher diese indirekte Zucchinischwemme. Die Lösungen betreffen uns alle, nicht nur Menschen mit Garten.Was kann man also tun?Erstens die richtigen Zucchinisorten anbauen. Alle Zucchini sind bekanntlich Kürbisse, manche Kürbisse entwickeln im Laufe ihres Wachstums harte Schalen, manche auch nicht. Die Tromba und die Romanesco brauchen Sie zum Beispiel nicht schälen, auch wenn sie schon sehr groß sind. Manche Sorten entwickeln ein weiches, schwammiges Kerngehäuse, das können Sie einfach herausschneiden. Die Tromba bleibt fast durch und durch knackig, die Romanesco bildet irgendwann dieses schwammige Kernhaus, allerdings ist das eher klein.Zweitens braucht es gute Rezepte, um viel Zucchini mit Genuss zu verspeisen. Sehr große Tromba (wir haben gerade ein knapp einen Meter langes und über 3 kg schweres Exemplar geerntet) sind perfekt zum Kochen und vor allem zum Grillen. Roh schmecken sie dann doch ein bisschen mehlig, wie manche Kürbisse. Salat aus solchen Sorten kann man machen, aber in gekochten Anwendungen schmecken sie besser. Dieses Jahr habe ich viele Grillgemüsesalate gemacht. Ersetzen Sie Aubergine und Spargel aus meinem Rezept einfach durch Zucchini, das schmeckt toll. Auch als Fondue mit viel Zucchini und wenig Käse, schmecken sie sehr gut. Die Zucchini Romanesco bleibt bei vergleichbar riesigen Früchten immer jung und eignet sich auch perfekt für Salat – oder für Zuziki, ein Zaziki aus Zucchini.ZuzikiVorbereitungszeit25Min.SchwierigkeiteinfachMengefür4 PersonenZutaten300 -400 g Zucchini, netto – je nach Zustand und Größe der Zucchini braucht man brutto etwas mehr¼ Knoblauchzehe (wer will kann auch mehr nehmen)½ Bund Minze500 g griechischer Joghurt3 -4 EL Chilicrunch (kaufen oder selber machen)Zubereitung1.Zucchini waschen und grob raspeln. Nur wenn die Schale sehr hart ist: vorher schälen. Nur wenn in der Mitte ein weicher schwammiger Teil ist: Kernhaus herausschneiden. Zucchiniraspel leicht salzen, ein bisschen drücken und ein paar Minuten stehen lassen.2.Knoblauch pressen oder hacken. Minze zupfen und grob hacken. Mit dem Joghurt verrühren. Zucchini in einem Passiertuch oder einem Küchentuch ausdrücken, dabei den Saft auffangen und mit etwas Mineralwasser und Eiswürfeln trinken. Zucchiniraspel unter das Joghurt rühren, mit Salz abschmecken und mit Chilicrunch in einer Schale anrichten.3.Dazu passen zum Beispiel Brezen, Merguez oder andere Sachen vom Grill, kleine Tomaten, Oliven, eingelegte Kornelkirschen.Kitchenhacks – was wirklich wichtig ist für Zaziki und Zuziki:Zaziki und Zuziki sollen cremig und nicht wässrig sein, deshalb die geraspelten und gesalzenen Zucchini oder Gurken gut ausdrücken. Ein Passiertuch kann man in der Küche oft gebrauchen, hier ist es auch sehr hilfreich. Außerdem einen Joghurt mit 10 Prozent Fett verwenden, zum Beispiel einen griechischen Joghurt. Wenn gerade nur normaler Joghurt im Kühlschrank steht, hilft auch ein Schuss Olivenöl in der Creme oder Sie mischen Joghurt und Crème Fraîche.
Rezept für Zuziki – Zaziki mit Zucchini – von Hans Gerlach
Zucchini gibt es gerade in rauen Mengen. Hans Gerlach raspelt sie und macht Zaziki, äh, Zuziki daraus. Ideal für den nächsten Grillabend.











