Mit der Zucchini ist ein wenig so wie mit Donald Trump - dieses Gemüse polarisiert extrem. Fans verehren sie geradezu kultisch, denn sie schreiben der Zucchini quasimagische Kräfte als kohlenhydratarmem Pasta-Ersatz zu (zerkocht leider sofort und sättigt kaum). Als die Londoner Kochbuchautorinnen Melissa und Jasmine Hemsley den Spiralizer bekannt machten – ein Küchengerät, mit dem man Gemüse zu Nudeln dreht, um diese mit Pastasoße zu essen –, soll der Zucchiniabsatz in Großbritannien um 20 Prozent gestiegen sein.
Gegner der Zucchini monieren, das ohnehin geschmacksarme Gemüse verliere weiter an Tiefe, je mehr es sich im Garten aufblase, oft auf geradezu angeberische Größe. Beim Kochen sauge sich die Zucchini dann gierig mit jeder Form von Flüssigkeit voll, weshalb ihre Konsistenz im Mund an einen feuchten Lappen erinnere. Beides ist nicht ganz von der Hand zu weisen, lässt sich aber vermeiden.
Hier hinkt der Trump-Vergleich dann auch, denn er tut der Zucchini grob unrecht, nicht nur, was die Hautfarbe betrifft: Die Zucchini ist harmlos, milde und oft fein, und – besonders wichtig – gegen ihre Nachteile gibt es ein Rezept. Als mit der Gurke verwandter Sommerkürbis enthält sie besonders viel Wasser, und das muss man ihr manchmal abgraben, um auf den Geschmack zu kommen. Zwei Wege sind da besonders geeignet: Hitze und Salz. In beiden Fällen ergibt das ein großartiges Sommergericht.








