Sie möchten kein Rezept oder Geschichte über Genuss und Ernährung mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:Oha, dachte ich, als ich einmal für ein griechisches Rezept rote Zwiebeln mit Oregano, Zitronensaft, Salz und Chili marinieren sollte. Die Kombination klang für mich ein bisschen krass. Aber manchmal geschehen in der Küche kleine Wunder und die marinierten Zwiebeln schmeckten schon nach wenigen Minuten sehr sehr gut, viel milder und harmonischer als ich erwartet hatte. Die Kombination aus Zitronensäure, Chilischärfe und Salz zerlegt die Zwiebelschärfe Allicin – ohne dass dabei muffige, schwefelige Zerfallsprodukte übrig bleiben. Ein toller Trick. In den folgenden Jahren marinierte ich rote Zwiebeln für Antipastiteller, als Topping für Tsatsiki oder Obazda und zu vielen Grillgerichten. Dann vergaß ich sie, doch kürzlich begegneten mir die marinierten Zwiebeln wieder und zwar bei Sana Siddiqui. Die sympathische indische Köchin betreibt mit ihrem Mann in England @curatingthetable. Für ihre indische Version mariniert Siddiqui die Zwiebeln auf die gleiche Weise, nur ohne Oregano. Sie nennt die marinierten Zwiebeln »Pyaz Salat« und serviert sie zu Dal-Gerichten. Und zu allem anderen. Super Idee!Wer gerade irgendeine Art von Picknick plant, sollte die Zwiebeln mitnehmen, mit oder ohne Zaziki und Dal. Fürs Picknick reicht die halbe Rezeptmenge – aber lassen Sie den Rest ein paar Tage fermentieren, dabei entsteht Milchsäure, dafür verschwindet ein Teil der Zitronensäure, die Pickles werden noch harmonischer. Selbst meine Frau, die gar keine Freundin von rohen Zwiebeln ist, liebt die rosa Pickles. Nach etwa einer Woche stelle ich die fermentierten Zwiebeln dann in den Kühlschrank, dort halten sie sich sehr lange. Kleine Mengen fermentieren geht am einfachsten in einem zylinderförmigen Glas mit einem passenden Gewicht – denn neben der richtigen Salzmenge von knapp 2 Prozent ist nur eines wichtig: Das Fermentiergut muss unter der Flüssigkeitsoberfläche bleiben. Sonst droht Schimmel. Ob Sie spezielle Fermentationsgewichte verwenden, das Plastikgitter aus dem italienischen Olivenglas, säurebeständige Steine, mit Wasser gefüllte Frischhaltebeutel oder ein kleines Glas, das ins große Glas passt, ist völlig egal. Hauptsache die Zwiebeln spitzen nicht über die Lake hinaus. Viel Spaß mit den Zwiebeln!Zwiebel-Pickles mit Kartoffel-Dal und TstatsikiVorbereitungszeit50Min.Kochzeit15Min.SchwierigkeitmittelschwerMengefür4 PersonenZutaten500 g milde Zwiebeln, zum Beispiel Tropeazwiebeln – oder die ersten weißen Zwiebeln der Frühjahrs aus ihrer Region2 EL getrockneter Oregano (infos hier)10 g Salz2 EL Kashmir-Chiliflocken oder andere nicht übertrieben scharfe Chiliflocken125 ml ZitronensaftTsatsiki:1 Gurke (400 g bei 4 Pers.)Salz150 g griechischer Joghurt (10 %)frische MinzeEinfaches Kartoffel-Dal:4 Zehen Knoblauch20 g Ingwer500 g Kartoffeln2 EL Garam Masala3 EL Olivenöl1 EL Sesamöl125 g rote Linsen800 ml erstklassige BrüheZubereitung1.Zwiebel pickeln: Zwiebeln schälen, halbieren und längs schneiden, also von der Wurzel Richtung Spitze. So fein wie möglich. Mit Oregano, Salz, Chili und Zitronensaft würzen, leicht drücken und mindestens eine halbe Stunde stehen lassen. In zwei Gläser füllen – eins zum gleich essen und eins zum Fermentieren lassen.2.Tsatsiki zubereiten: Die Gurke schälen grob raspeln, in einer Schüssel leicht salzen, ein paar Minuten stehen lassen. Dann die Gurken kräftig auspressen, am besten in einem Passiertuch oder in einem Küchentuch (dabei den Saft auffangen! Gleich trinken oder einen Tsatsiki Smash mixen) Gurkenraspel mit Minze und Joghurt mischen, abschmecken.3.Knoblauchzehen und Ingwer schälen, in Scheiben schneiden, grob hacken. Kartoffeln waschen und schälen oder nicht schälen – auf jeden Fall in größere Stücke schneiden. Knoblauch und Garam Masala im Olivenöl kurz anschwitzen. Kartoffeln, Linsen und Brühe zugeben, weich kochen. Das dauert etwa 15 min.4.Kartoffel-Dal mit einer Gabel grob pürieren, dabei das Sesamöl zugeben. Mit Tsatsiki und Zwiebel-Pickels servieren.