PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptWie Rhabarber und Rettich japanische Yakitori überraschend veredelnVon Volker Hobl, Manfred KlimekStand: 15.05.2026Lesedauer: 3 MinutenHähnchenflügel mit spektakulärer KonsistenzQuelle: Volker Hobl + Robin KranzGlasiger Rhabarber und eingelegter Rettich treffen auf japanische Yakitori-Spieße: ein Gericht, das mit spektakulärer Konsistenz überrascht. Einen Hightech-Grill braucht es dafür gar nicht. Dazu empfiehlt sich ein charakterstarker Rosé.Yakitori sind japanische Grillspieße, die so beschaffen sind, dass sie nicht auf einem Rost liegen, sondern der Spieß auf zwei Schamottesteinen ruht, zwischen denen die Kohlen glühen. Das hört sich jetzt vielleicht nach viel Spezialequipment an, aber am Ende ist es nicht kompliziert. Der Vorteil dieser Methode liegt vor allem darin, dass das Grillgut nicht am Gitterrost haften bleiben kann. So kann man auch kleine und weiche Teile grillen. Als Spieße verwende ich WIG-Schweißstäbe aus Edelstahl, die man im Fachhandel günstig in unterschiedlicher Dicke und mit einem Meter Länge bekommt. Aus einem Stab lassen sich mit einer Zange gut vier Spieße anfertigen. Für dieses Gericht möchte ich nur den Mittelteil des Hähnchenflügels verwenden, bei dem ich die beiden Knochen entferne, wodurch dieses an sich unscheinbare Segment eine spektakuläre Konsistenz bekommt. Dazu gibt es knackigen Rettich und erfrischenden Rhabarber.Das sind die Zutaten:1 Stück Rettich, circa 150 g30 ml Mirin3 Stangen Rhabarber 3 EL Zucker2 EL Pflanzenöl16 Hühnerflügel-Mittelteile 4 EL Sojasoße 4 EL Wasser3 Knoblauchzehen1 walnussgroßes Stück IngwerSalz Lesen Sie auchUnd so wird es zubereitet:Den Rettich schälen und in zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben jeweils in sechs „Tortenstücke“ teilen. Eine Prise Salz und das Mirin dazugeben, und über Nacht abgedeckt ziehen lassen. Die Rhabarberstangen waschen, die Enden entfernen und in einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Mit einem Esslöffel Zucker mischen, ebenfalls abdecken und über Nacht ziehen lassen.Die Winglets oder Flats genannten mittleren Teile des Hühnerflügels enthalten zwei Knochen. Diese entfernt man am besten mit der Küchenschere, indem man um die Knochenteile herum schneidet, um die Muskeln und die Haut zu lösen. Dann kann man diese mit etwas Nachdruck wie einen Strumpf abstreifen, das andere Ende ebenfalls mit der Schere abschneiden und den nun auf links gedrehten Flügel wieder zurückkrempeln. Nun für die so vorbereiteten Flügel die Knoblauchzehen schälen, mörsern und mit dem fein geriebenen Ingwer, der Sojasoße und dem Wasser mischen. Die Hühnerflügel mit der Marinade in ein Gefäß geben und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag den Rettich in ein Sieb gießen und abtropfen lassen. Die Flüssigkeit nicht aufbewahren. Für den Rhabarber das Öl in einer Pfanne erhitzen, den Rhabarber samt dem Saft in die Pfanne geben und etwa eine Minute glasig dünsten, dann in eine Plastikbox mit Deckel geben und gar ziehen lassen. Lesen Sie auchDie Hühnerflügel aus der Marinade nehmen, abtropfen lassen und je vier Flügel auf je zwei Spieße stecken und auf gut durchgeglühten Kohlen grillen. Die Yakitori mit dem Rettich und dem Rhabarber servieren. Passt perfekt: Zu diesem sehr intensiven Essen passt ein sehr intensiver Roséwein. Einer meiner Lieblingsweine mit dieser Farbe kommt aus einem politisch verheerten Land – dem Libanon. Dort gibt es traditionell großen Weinbau. Ich hole den Château Musar Rosé 2020 von Gaston Hochar aus dem Keller – gekeltert für Langlebigkeit aus den Rebsorten Obaideh und Merwah. In der Nase massiv Steinobst, vor allem dunkler Pfirsich, konträr dann Tabak, besser gesagt, das vom Tabak getränkte Anzündholz der Havannakisten, und gering auch Muskat. Im Mund hervorragend komplex und ein großer Vertreter der unterschätzten Weine des Nahen Ostens.Für 35,50 Euro bei gute-weine.deVolker Hobl ist Koch und Foodstylist. Manfred Klimek ist Autor, Weinkritiker und Fotograf.
Yakitori: So gelingt der perfekte japanische Grillspieß mit überraschendem Twist - WELT
Glasiger Rhabarber und eingelegter Rettich treffen auf japanische Yakitori-Spieße: ein Gericht, das mit spektakulärer Konsistenz überrascht. Einen Hightech-Grill braucht es auch nicht. Dazu empfiehlt sich ein charakterstarker Rosé.











