Szene am Rhein: »Gewaltige Anstrengungen« seien nötig, um das Schlimmste abzuwenden, schrieb eine Kommission bereits Ende des vergangenen Jahrhunderts

Die Energiekonzerne haben uns ausgenommen. Im Frühjahr dieses Jahres hat jeder der acht Ölriesen pro Minute 700.000 Dollar Gewinn gemacht . Zugleich verursachen sie mit der Zerstörung des Klimas Milliardenkosten.Im vergangenen Jahr haben Wissenschaftler im angesehenen »Nature«-Magazin erstmals Ölkonzerne direkt verantwortlich gemacht für frühere Extremereignisse ähnlich Europas Hitzewellen 2026. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat die wirtschaftlichen Folgen fehlenden Klimaschutzes in der aktuellen Dürre diese Woche auf eine halbe Milliarde Euro am Tag beziffert . Und da wusste noch niemand von den Evakuierungen Tausender Einwohner in der Eifel.

Sind wir nur hilflos? Nein. Wir könnten was tun, wir sollten etwas tun, schon aus purem wirtschaftlichem Eigeninteresse. Ganz zu schweigen von den Interessen unserer Kinder und Enkel. Unser Leben, unsere Arbeitsplätze und unser Wohlstand hängen an vernünftigen Antworten auf den Klimawandel.

Wir wissen viel, und wir waren ziemlich vornMeine Generation weiß das ganz genau. Ich bin 63. Als ich in den Achtzigerjahren studierte, richtete der Bundestag mit den Mehrheitsstimmen von Union, SPD, FDP und auch Grünen eine sogenannte Klimaenquete-Kommission ein und diese schrieb 1988 bis 1990 drei dicke Berichte, darunter einen zu den möglichen Folgen des Klimawandels: »Die Bestandsaufnahme zeigt eindringlich, wie stark die gesamte Erdatmosphäre und damit die Erde selbst durch den zusätzlichen Treibhauseffekt und den Ozonabbau in der Stratosphäre gefährdet sind«, schrieben die Abgeordneten . »Gewaltige Anstrengungen« seien nötig, um das Schlimmste abzuwenden.