Es bestehen kaum Zweifel am Klimawandel und an seinen Folgen. Die Menschheit hat sich die Katastrophen und Kapriolen wie die derzeitigen Hitzewelle selbst eingebrockt. Es ist daher völlig richtig, den Treibhausgasausstoß zu begrenzen.Über die Instrumente für den Klimaschutz kann man zwar streiten, nirgendwo zeigt sich das deutlicher als in der Frage, ob nur erneuerbare Energien oder auch die Kernkraft den richtigen Weg weisen. Aber niemand von Verstand zweifelt an der Notwendigkeit, weniger CO2 zu emittieren, und zwar in allen Sektoren und überall auf der Welt, weshalb die internationale Abstimmung so wichtig ist.Richtig ist aber auch, dass der Klimaschutz dem trockenen Rhein oder den Waldbrandregionen kurzfristig nichts hilft. Erst langsam dämmert es der Politik, dass die andere Seite der Medaille „Adaptation“ heißt, die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Mehr Anstrengungen dafür bedeuten keine Abkehr von der CO₂-Minderung und auch keine Kapitulation vor dem Klimawandel, sondern einen vernünftigen Umgang mit ihm.Andere Regionen können besser mit den Extremen umgehenAndere Weltgegenden wissen seit Jahrhunderten, wie man sich gegen Hitze wappnet. Wie man sich kleidet, wie man Plätze und Wohnungen beschattet und begrünt, zu welchen Zeiten körperliche Aktivität zu vermeiden ist. Länder wie Deutschland verlassen sich indes noch immer darauf, in „gemäßigten Klimazonen“ zu liegen – nur sind die Zustände hier immer weniger gemäßigt.Dieser ungeübte Umgang mit den Extremen ist gefährlich: Die Zahl der Hitzetoten ist nicht etwa in traditionell heißen Ländern besonders hoch, sondern in Europa; ganz vorn rangiert Russland.Deutschland muss mehr für die Anpassung tun, weshalb Umweltminister Carsten Schneider (SPD) recht darin hat, die Zuständigkeiten und Finanzmittel von Ländern und Kommunen um jene des Bundes zu ergänzen. Trotzdem sollte natürlich weiterhin subsidiär am Ort über die richtigen Initiativen entschieden werden.Hier trifft die Adaptation auf die Energiepolitik: Nötig ist der baldige Einbau von Klimaanlagen in Alteneinrichtungen, sie retten Leben. Betrieben werden könnten sie mit Solarstrom. Von dem gibt es in der heißen Zeit ohnehin eher zu viel als zu wenig.