Sie befinden sich in schicken Stadthäusern oder Landgasthöfen und setzen auf Nähe statt auf Grösse: fünf Hotels in Portugal, die Reisenden einen authentischen Zugang zu ihrer Region eröffnen.Wem die Anonymität grosser Hotelpaläste missfällt, für den sind Minihotels die perfekte Alternative. Wo es wenige Zimmer gibt, gibt es auch wenig Personal, und dieses kennt seine Gäste oft noch beim Namen. Es gibt keine unpersönlichen Frühstücksräume, sondern gemütliche Salons oder verwunschene Terrassen. Keine lauten Cocktail-Lounges, sondern intime Honesty-Bars. Keine Standardempfehlungen, sondern persönliche Tipps. Man fühlt sich wie bei guten Freunden zu Gast, hat aber mehr Privatsphäre und einen besseren Service.Wer lieber in persönlichem als in anonymem Ambiente übernachtet, findet hier fünf besonders schöne Beispiele:Porto: Rosa Et Al TownhouseDie Rua do Rosário in Portos Trendviertel Bombarda gilt als die angesagteste Adresse der Stadt. Zwischen Kunstgalerien und Concept-Stores steht dieses Hotel, das von Reisenden für Reisende konzipiert wurde und gleich nach seiner Eröffnung vor rund fünfzehn Jahren einen Architekturpreis erhielt. Das «Rosa Et Al Townhouse» bespielt ein dreistöckiges Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert mit schimmernden alten Holzböden, kunstvoll gefliesten Wänden und sechs chic sowie modern gestalteten Suiten. In Portos Trendviertel Bombarda befindet sich das «Rosa Et Al Townhouse». PD Es gehört den Geschwistern und Architekten Patrícia und Emanuel de Sousa, die das Gebäude sorgfältig restauriert und nach ihrem Geschmack eingerichtet haben, ohne dabei die Vergangenheit zu vernachlässigen. Im ganzen Haus finden sich Vintage-Objekte und moderne sowie zeitgenössische Designerstücke, darunter Werke von Charles und Ray Eames, Jean Prouvé und Hans Wegner. PD Die Zimmer sind schlicht und zurückhaltend, aber mit gewissen Blickfängen wie Designermöbeln oder freistehenden Badewannen eingerichtet. Jede der Suiten hat ihren eigenen Charme und ihre eigenen Besonderheiten. Die «Queen Deluxe City Heritage» ist im luftigen, hellen und geräumigen historischen Salon des Stadthauses untergebracht. Sie besticht durch eine original erhaltene Stuckdecke mit Blumenmotiven und ist durchgehend mit original Rigaer Parkett ausgestattet. Der «Townhouse Garden Pavilion» interpretiert hingegen die Tradition historischer Gartenpavillons neu und bietet Gästen eine barrierefreie Suite inmitten von Duftpflanzen, Blumen, Kräutern und einer lebhaften Vogelgemeinschaft.Informationen: rosaetal.com, DZ ab 134 Euro.Olhão: ConventoDie Algarve zählt zu den beliebtesten Ferienregionen Portugals – entsprechend voll kann es dort werden. Doch es gibt eine Alternative zu den bekannten Badeorten Albufeira, Carvoeiro oder Armação de Pêra, nämlich jenen Teil der Küste, der zur spanischen Grenze führt. Das als «Sotavento» («Windschatten») bezeichnete Gebiet ist noch weitgehend unentdeckt, Englisch ist eine echte Fremdsprache, und ein Hotel ist nicht automatisch ein Resort mit Golfplatz und Spa. Dafür befinden sich in Olhão der grösste Fischereihafen der Algarve und das von aussen wie innen strahlend weisse Hotel Convento mit seinem idyllischen Patio, den Dachterrassen und neun mit schlichtem Chic eingerichteten Zimmern. A. Skwarek Das im maurischen Stil errichtete, strahlend weisse Anwesen Convento. Zu den vier Inhabern gehören die Architekten Eleonore Lefebure und Felipe Monteiro. Sie haben sich um den Ausbau des im maurischen Stil errichteten Anwesens gekümmert – eigentlich sind es mehrere zusammengelegte, würfelähnliche Wohnhäuser – und den Räumen hinter den alten Mauern einen zeitgeistorientierten Stil beschert. Es gibt kein Namensschild am Eingang und eine No-Shoes-Policy im Haus. Dafür: strahlendes Weiss in allen Zimmern, einen schönen Pool und ein sehr leckeres Frühstück.Informationen: conventoolhao.com, DZ ab 160 Euro. Tavira: Monte do ÁlamoTavira befindet sich nur wenige Kilometer von Olhão entfernt und ist laut Kennern die schönste Stadt an der Algarve. Das Hotel Monte do Álamo befindet sich etwas ausserhalb des Zentrums, auf einem nahe gelegenen Hügel, und bietet neben ländlicher Ruhe einen grossartigen Blick auf das Städtchen und das dahinter glitzernde Meer.Es gehört zur kleinen, aber feinen Plattform der Pretty Hotels und wird dort wegen seiner unverfälschten Landgasthof-Atmosphäre und der bezaubernden Gastgeberfamilie gerühmt. Das kleine Refugium mit nur vier Zimmern und zwei Suiten ist nämlich ein lupenreines Familienunternehmen: Man übernachtet auf der Bio-Farm der Rosários inmitten von Johannisbrot-, Oliven-, Mandel- und Feigenbäumen und darf – wenn man möchte – an der Zubereitung der Mahlzeiten teilnehmen. Inês Rosário, die älteste Tochter der Familie, leitet nicht nur das Gästehaus, sondern gibt auch Kochkurse. Im «Monte do Álamo» findet sich ländliche Ruhe. PD Die vier Zimmer und zwei Suiten sind unterschiedlich gross, haben aber alle ein gemeinsames Highlight: Durch die Terrassentür gelangt man direkt in die Natur und atmet den Duft von Rosmarin, Lavendel und Zitronengras ein. Viele der antiken Möbel auf dem Anwesen stammen aus dem Familienbesitz und verleihen dem Haus eine authentisch portugiesische Atmosphäre. Für echte Luxusmomente sorgen der wunderschön in die Landschaft eingefügte Pool und die hervorragende Küche des Hauses, deren Spezialitäten gerne im überdachten Pavilhão serviert werden. Der Pool fügt sich wunderbar in die umliegende Landschaft ein. PD Informationen: montedoalamo.net, DZ ab 124 Euro.Melides: Vermelho HotelVermelho bedeutet «rot» auf Portugiesisch. Es ist der Name eines Hotels an der Alentejo-Küste, das dem Schuhdesigner Christian Louboutin gehört, bekannt für seine kirschroten Sohlen. Der Franzose ist ein langjähriger Fan der Region. Er schätzt den ländlichen Charme des nur anderthalb Stunden südlich von Lissabon gelegenen Dorfes Melides, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.Sein Hotel Vermelho ist das erste und einzige Luxushotel weit und breit. Es steht im historischen Ortskern, nur einen Steinwurf entfernt von den familiengeführten Tavernen am Dorfplatz und der weiss getünchten Kirche Igreja de São Pedro, deren Glocken in jedem der dreizehn Zimmer und Suiten zu hören sind. Von aussen wirkt es wie ein distinguiertes Stadtpalais, doch hinter der schweren Holztür entfaltet sich die exzentrische, eklektische und überaus glamouröse Welt des Stardesigners aus Paris. PD Christian Louboutins Hotel Vermelho ist das erste und einzige Luxushotel an der Alentejo-Küste. Gleich hinter der Rezeption prangt ein riesiges Azulejo-Wandbild, anderswo schmücken handgefertigte Fliesen, maurische Beistelltische, Wandlampen aus Muranoglas und indische Wandteppiche die Räume. Alle Zimmer und Suiten sind unterschiedlich: In manchen fühlt man sich wie in Italien, in anderen wie in Marokko oder Indien. Christian Louboutin hat sich auf seinen Reisen nicht zurückgehalten und alles gekauft, was ihm gefiel. Die Antiquitäten, Fundgegenstände und Kuriositäten aus aller Welt haben in seinem Hotel einen Platz gefunden, und jeder, der hier übernachtet, kann sie sehen. PD In manchen Hotelzimmern fühlt man sich wie in Italien, in anderen wie in Marokko oder Indien. Informationen: vermelhohotel.com, DZ ab 278 Euro.Lissabon: TarabelDie renommierte Innenarchitektin Rose Fournier hat ein Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert in Lissabons Nobelviertel Lapa in fünfjähriger Arbeit in ein Hotel verwandelt. Das «Tarabel Lisbon» eröffnete Anfang 2025 hinter einer blau emaillierten Fassade. Das Interieur wirkt ein wenig wie das Haus stilvoller Grosseltern, mit Chintz-Sesseln und Vitrinen voller Kleinigkeiten, die auf verschiedenen Reisen rund um die Welt gesammelt wurden. Jeder Winkel ist mit etwas Einzigartigem gefüllt, sei es eine am Strand gefundene Muschel oder eine alte Standuhr. Das Ergebnis ist ein sorgfältig kuratiertes Zusammenspiel aus edlen Antiquitäten und witzigen Flohmarktfunden – jede Teetasse, jedes Kissen, jeder Spiegel wurde mit grösster Sorgfalt ausgewählt. PD Das Interieur des Hotels Tarabel wirkt ein wenig wie das Haus stilvoller Grosseltern. Die nur neun Zimmer und Suiten wurden individuell mit Fokus auf Farben, Texturen und einzigartige Details gestaltet: Himmelbetten reihen sich an chinesische Laternen und Trompe-l’œil-Gemälde, freistehende Badewannen an Schränke aus Marokko. Jedes Zimmer bietet einen Blick auf den Tejo, einige haben eine private Terrasse. Zur Villa gehören auch ein verwunschener Garten mit Pool und phantastischer Aussicht auf den Tejo, eine Veranda mit Sitzgelegenheiten und ein Restaurant mit köstlicher portugiesischer Küche. Bei schönem Wetter frühstückt man im Garten. Im lauschigen Garten lässt sich ein entspannter Nachmittag am Pool geniessen. PD Informationen: tarabellisbon.com, DZ ab 400 Euro. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Zwischen Stuckdecken und gemusterten Fliesen: 5 besondere Kleinhotels in Portugal
Sie befinden sich in schicken Stadthäusern oder Landgasthöfen und setzen auf Nähe statt auf Grösse: 5 Kleinhotels in Portugal.








