Sie liegen in schicken Altbauten oder auf Weingütern und setzen auf Nähe statt auf Grösse: fünf Hotels in Frankreich, die Reisenden einen authentischen Zugang zu ihrer Region eröffnen.Wem die Anonymität grosser Hotelpaläste missfällt, für den sind Minihotels die perfekte Alternative. Wo es wenige Zimmer gibt, gibt es auch wenig Personal, und dieses kennt seine Gäste oft noch beim Namen. Es gibt keine unpersönlichen Frühstücksräume, sondern gemütliche Salons oder verwunschene Terrassen. Keine lauten Cocktail-Lounges, sondern intime Honesty-Bars. Keine Standardempfehlungen, sondern persönliche Tipps. Man fühlt sich wie bei guten Freunden zu Gast, hat aber mehr Privatsphäre und einen besseren Service.Wer lieber in persönlichem als in anonymem Ambiente übernachtet, findet hier fünf besonders schöne Beispiele:Paris: Hôtel Particulier MontmartreHerrenhäuser wie dieses werden in Frankreich als «Hôtel particulier» bezeichnet. Es handelt sich um frei stehende Gebäude mit einem Innenhof an der Vorderseite und einem Garten an der Rückseite. Dieses «Hôtel particulier» steht am Hang von Montmartre, eingebettet zwischen Bäumen und Grünflächen, zwischen der Rue Lepic und der Rue Junot. Das hier residierende Hotel ist so privat, dass es kein Namensschild gibt. Gäste werden gebeten, an einem Metalltor zu klingeln und einen schmalen Kopfsteinpflasterweg entlangzugehen, an dessen Ende eine Villa mit Blick auf den fernen Eiffelturm steht. Der fast 900 Quadratmeter grosse, von Mauern umgebene Garten wurde von Louis Benech entworfen – dem gleichen Architekten wie der Jardin des Tuileries. Raphael Metivet Einst Wohnsitz von Menschen mit Nachnamen wie Rothschild und Hermès, wurde dieser Rückzugsort von dem jungen Unternehmer Oscar Comtet, der eine dynamische Vision und einen scharfen Blick hatte, in das ultimative private Refugium verwandelt. Die öffentlichen Bereiche und das Restaurant sind im Boudoir-Stil gehalten, mit viel Rosa und goldenem Samt. Das herausragende Juwel ist der fast 900 Quadratmeter grosse, von Mauern umgebene Garten, der von Louis Benech entworfen wurde – dem gleichen Architekten wie der Jardin des Tuileries.Es gibt nur fünf Suiten, die 2022 komplett renoviert wurden und nun jeweils ein ganz eigenes Erscheinungsbild haben. In der Suite «Jardin sur le Nil» sind die Wände mit einer grün schimmernden Tapete mit Naturmotiven verkleidet. Rattan- und Bambusmöbel sowie Art-déco-Blumenwandleuchten sorgen für einen Look, der an Wasserwelten erinnert. Die «Lazy Leopardess»-Suite ist dagegen mit einer Wandverkleidung mit Leopardenmuster von Pierre Frey, einem passenden Teppich mit Raubtiermotiv, rubinrot lackierten Wänden, Deckenspiegeln und Vintage-Lampen ausgestattet. In der Suite «Jardin sur le Nil» sind die Wände mit einer grün schimmernden Tapete verkleidet. PD Die mit rotem Samt und glänzendem Gold gestaltete Cocktailbar gilt als beliebter Rückzugsort für die Pariser Mode- und Politikszene. PD Im Restaurant Grand Salon und auf dessen Terrasse werden kreative französische Gerichte und ein Nachmittagstee nach englischer Art serviert. Die mit viel rotem Samt und glänzendem Gold gestaltete Cocktailbar gilt als beliebter Rückzugsort für die Pariser Mode-, Medien- und Politikszene.Informationen: hotelparticulier.com, Suite ab 655 Euro.Vacqueyras: La PoncheVacqueyras? Nie gehört? Gut so! Das kleine provenzalische Weindorf ist tatsächlich noch ein Geheimtipp. Es liegt nördlich von Avignon und leicht östlich von Orange, mitten in der gleichnamigen Wein-Appellation im Côtes-du-Rhône-Gebiet, und bezaubert mit seiner kleinen Altstadt, den engen Gassen und einer Kirche mit elegantem Glockenturm. Zwischen den Reben liegt die idyllische Domaine La Ponche. PD Noch schöner sind die Weingüter der Umgebung. Zwischen den Reben, unweit von Chateauneuf-du-Pape und dem Luberon, steht die Domaine La Ponche. Cédric George, Chirurg und Unternehmer aus Zürich, hatte sie ursprünglich als reines Urlaubsdomizil für seine grosse Familie erworben, doch neuerdings ist die Bastide aus dem 19. Jahrhundert auch für zahlende Gäste geöffnet. Zur Verfügung stehen sechs sonnige Zimmer mit Balkendecken, Terrakotta-Böden und schönen Bädern. Dazu lockt ein wunderschöner Pool, der an kühlen Tagen beheizt wird. Die sechs Zimmer sind schlicht gehalten. PD Das zur kleinen, feinen Plattform Pretty Hôtels gehörende La Ponche ist ein klassisches Maison d’hôtes. Haushälterin Luisa bereitet jeden Morgen ein köstliches provenzalisches Frühstück mit hausgemachten Konfitüren und Produkten aus der Region zu. Auf Anfrage und Bestellung werden auch Lunch und Dinner zubereitet und mit einer Flasche des hauseigenen Weins serviert.Informationen: la-ponche.fr, DZ ab 280 Euro. Cassis: Maison 9Und gleich noch einmal Weinberge. Diesmal gehört das ehemalige Weingut in der 300 Jahre alten Domaine de Cassis der frankophilen Hamburger Innenarchitektin Cynthia Kayser-Maus, die sich mit dem Anwesen einen langjährigen Wunsch erfüllt hat. Vor knapp 20 Jahren erwarb sie das Landhaus aus dem 19. Jahrhundert und verwandelte es in ein Wohnhaus für sich selbst und in ein zauberhaftes Bed & Breakfast mit vier eleganten Suiten. Jede davon punktet mit privater Terrasse und Blick in die Weinberge, den wunderschönen Garten mit Rosmarin- und Lavendelbüschen, oder auf die Steilküste von Cassis. In dem rosafarbenen Haupthaus befinden sich vier elegante Suiten. PD Die unabhängigen Suiten, die sich um das rosafarbene Haupthaus gruppieren, sind unterschiedlich: Die eine öffnet sich direkt zum grossartigen Gemeinschaftspool, eine andere entpuppt sich als Duplex. Doch der Stil bleibt gleich: Holz, provenzalische Ziegel und Fliesen sowie Stein aus Cassis prägen die Bauten, ausgesuchte Textilien, provenzalische Möbel und schöne Bäder das Interieur. Der grosszügige Gemeinschaftspool ist von herrlich duftenden Lavendelsträuchern umgeben. PD Morgens gibt es ein köstliches Frühstück im Freien mit frischen Produkten aus der Region. Jede Suite verfügt aber auch über eine Kitchenette mit Nespresso-Maschine. Auf jeden Fall sollte man sich ein paar Flaschen des Maison-9-Rosés für den Aperitif auf der Terrasse besorgen – er hat zwar nichts mit dem B&B zu tun, schmeckt aber trotzdem gut.Informationen: maison9.net, Suite ab 340 Euro.Burgund: Château de la ResleZwei Niederländer in Frankreich: Johan Bouman und Pieter Franssens sind die Eigentümer des Château de la Resle. Das Schloss aus dem 19. Jahrhundert steht auf einem Hügel inmitten der Weinberge des französischen Burgunds und ist von 14 Hektar Gärten und Obstplantagen umgeben. Die beiden kamen aus beruflichen Gründen in die Region und hatten es sich gerade gemütlich gemacht, als sie auf die Idee kamen, ihr schönes Zuhause auch für andere zu öffnen. Das Château de la Resle ist eine gelungene Mischung aus Alt und Neu. PD Ihr B&B mit sechs Zimmern präsentiert sich als gekonnte Mischung aus Alt und Neu, Modernem und Komfortablem. Einige der ursprünglichen Elemente, wie die eichengetäfelten Wände, die barocken Kamine und die ausgesuchten Antiquitäten, blieben erhalten. Insgesamt wurde jedoch ein moderner Look mit Designerstücken gewählt – darunter die Tische von Carolina Wilcke und eine spezielle Kollektion verspiegelter Schränke von Intuition Factory sowie eine beeindruckende Sammlung zeitgenössischer Kunst. In den Zimmer findet sich eine Auswahl an zeitgenössischen Gemälden und Kunstwerken. PD Die zwei Zimmer und vier Suiten verteilen sich auf das Schloss, das Haus des Hausmeisters und das im Loft-Stil gestaltete Bauernhaus, die alle von schön angelegten Gärten umgeben sind.Informationen: chateaudelaresle.com, DZ ab 295 Euro.Paris: Cour des VosgesPlace des Vosges im Herzen des schönen Marais-Viertels – einen pariserischen Ort für ein Hotel kann man sich kaum vorstellen. Der historische Platz mit seinen rosafarbenen Backsteinpalästen aus der Zeit Ludwigs XIII. sowie den königlichen Gärten in seiner Mitte sehen grossartig aus, aber das Cour des Vosges ist ein kleines Hotel mit nur 12 Zimmern und Suiten. Es bespielt eine ehemalige Privatresidenz aus dem 17. Jahrhundert, die später als Schule und zuletzt als Textillager diente.Wer nicht aufmerksam schaut, läuft am Eingang vorbei. Nur ein unscheinbares Schild deutet darauf hin, dass sich hier ein Hotel befindet, und nur wer klingelt, gelangt in den verwunschenen Innenhof und zum Eingang. Auch hier: keine Hotelatmosphäre, keine Lobby, kein Empfangstresen. Es ist, als betrete man ein Privathaus, und genau so soll es sein. Aber dennoch – was für eine Pracht! Guillaumede Laubier In einer ehemaligen Privatresidenz mit Sicht auf den Place des Vosges befindet sich das elegante Kleinhotel. Die hohen Decken, die raumhohen Fenster, die Aussicht! Allerdings und zum Glück verzichtete man darauf, sich bei der Einrichtung auf den Look der königlichen Zeit festzulegen und schuf stattdessen eine spannende Optik, die die frühere Opulenz mit dem Modernismus der 1970er Jahre verbindet. Erhalten blieben handbemalte Holzbalken und die ursprünglichen Terrakottaböden. Dazu kamen Vintage-Möbel, pastellfarbene und rosa Samtstoffe, geometrische Holz- und Glastische, Marmorflächen sowie gerippte Paravents, die so manches Badezimmer abtrennen.Im Erdgeschoss befindet sich ein Teesalon mit Terrasse, in dem auch gefrühstückt wird. Für alle weiteren Mahlzeiten stehen die zahlreichen Restaurants der Stadt bereit. ©Clelia Stevenard PD Der Teesalon des Cour des Vosges auf der Terrasse serviert delikate Häppchen. Informationen: courdesvosges.com, DZ ab 570 Euro. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Versteckt in edlen Herrenhäusern und alten Schlössern: 5 Kleinhotels in Frankreich
Sie liegen in schicken Altbauten oder auf Weingütern und setzen auf Nähe statt auf Grösse: 5 Kleinhotels in Frankreich.







