Sie liegen in schicken Altbauten oder urchigen Chalets und setzen auf Nähe statt auf Grösse: fünf Hotels in der Schweiz, die Reisenden einen authentischen Zugang zu ihrer Region eröffnen.Wem die Anonymität grosser Hotelpaläste missfällt, für den sind Minihotels die perfekte Alternative. Wo es wenige Zimmer gibt, gibt es auch wenig Personal, und dieses kennt seine Gäste oft noch beim Namen. Es gibt keine unpersönlichen Frühstücksräume, sondern gemütliche Salons oder verwunschene Terrassen. Keine lauten Cocktail-Lounges, sondern intime Honesty-Bars. Keine Standardempfehlungen, sondern persönliche Tipps. Man fühlt sich wie bei guten Freunden zu Gast, hat aber mehr Privatsphäre und einen besseren Service.Wer lieber in persönlichem als in anonymem Ambiente übernachtet, findet hier fünf besonders schöne Beispiele:Savognin: «Berghuus Radons»Radons? Der Name ist unter Wanderern bekannt, aber sonst? Das Maiensäss ist ein Ort zwischen Tal und Alp. Im Mai wird das Vieh hierhergebracht, bevor es auf die Alp zieht. Es befindet sich mitten im Skigebiet von Savognin, zuhinterst in einem Seitental des Oberhalbsteins, auf fast 2000 Metern Höhe. Im Winter führt die Piste vorbei, und im Sommer starten hier Wanderungen. Autos fahren keine umher. Dafür gibt es eine Hütte, ein Berghuus eben, oder in diesem Fall sogar ein kleines Hotel.Was früher ein einfaches Nachtlager für Skifahrer und Wanderer war, ist seit 2020 eine romantische Lodge mit zwölf liebevoll restaurierten Altholzzimmern, geprägt von einer minimalistischen Farbpalette in Braun, Weiss und Grau sowie von luxuriösen Details wie Himmelbetten und Regenduschen. Das Berghaus verfügt über zwölf liebevoll restaurierte Altholzzimmer. PD Gastgeber ist der gebürtige Savogniner Fadri Arpagaus. Nach Koch-Erfahrungen in Bangkok, Kanada, Frankreich, Griechenland und den USA ist er in die Heimat zurückgekehrt, um seine Gäste mit echter Gastfreundschaft zu empfangen und sie während ihres Aufenthalts in der hoteleigenen «Usteria» wunderbar zu bekochen.Informationen: berghuus.ch, DZ ab 280 Fr.Zürich: «Signau House & Garden»Das Patrizierhaus im Quartier Riesbach wirkt auf den ersten Blick vornehm, ein wenig schmucklos und wie aus einer anderen, ja besseren Zeit. Tatsächlich wurde es vor über hundert Jahren für den Industriellen George W. Syz-Hünerwadel errichtet und gilt als eines der ersten Gebäude in Zürich, die im sachlichen Heimatstil ausgeführt wurden. Als die Villa im Jahr 2018 in ein Hotel umgewandelt wurde, blieb ein Grossteil der Ausstattung, darunter Parkettböden, Stuck- und Kassettendecken, Wandvertäfelungen und Heizkörper, weitgehend original erhalten. Seit dem Jahr 2018 ist die vornehme Villa im Zürcher Quartier Riesbach ein Hotel. PD Heute gehört das B&B zu den kleinen, feinen Pretty Hôtels und wird von Regula Brucker und Suzanne Gross geführt, die beide Absolventinnen der École hôtelière de Lausanne sind. Sie haben die neun Zimmer inklusive einer Zwei-Zimmer-Suite minimalistisch, zurückhaltend, teuer und stilvoll eingerichtet, wie auch die verschiedenen Salons, die eine kultivierte Stille ausstrahlen, aber auch für fröhliche Apéros genutzt werden können. Sowohl die Zimmer als auch die Gemeinschaftsräume sind minimalistisch, zurückhaltend und stilvoll eingerichtet. PD In der zauberhaften verglasten Veranda mit Blick in den parkähnlichen Garten wird ein feines À-la-carte-Frühstück serviert, und im hauseigenen Kino werden regelmässig Filme gezeigt. Die Villa verfügt nämlich über eine lange cineastische Tradition: Filmgrössen wie Roger Moore und Martin Scorsese haben hier bereits unterhaltsame Stunden verbracht.Informationen: signauhouse.com, DZ ab 347 Fr.Rougemont: Hotel ValrosePays-d’Enhaut ist eine schon fast poetische Beschreibung für eine zutiefst bäuerliche Region in den Waadtländer Alpen, mit hohen Bergen, glücklichen Kühen und sehr viel Ruhe. Mittendrin liegt die kleine Gemeinde Rougemont. Sie ist für ihre Ansammlung prächtiger Holzchalets bekannt, von denen viele über 400 Jahre alt und mit wettergegerbten Fassaden, religiösen Gravuren, bunten Malereien und kunstvollen Schnitzereien verziert sind. In einem der prächtigen Holzchalets befindet sich das Hotel Valrose. Aurelio Rodriguez Das Hotel Valrose ist allerdings anders. Hier zeigt sich, wie gut zeitgeistorientierter Alpenstil zu einem über hundert Jahre alten Chalet passen kann. Das historische Gebäude wurde vor ein paar Jahren renoviert und neu gestaltet. Seitdem punkten die zwölf Zimmer mit Böden und Wänden aus samtigem Holz, grauen Textilien und Ledersesseln sowie teilweise grossen Terrassen. Die zwölf Zimmer wurden mit edlen Holzwänden und -böden ausgestattet. Aurelio Rodriguez In der schicken Lounge prasselt oft ein Holzfeuer, zum Apéro werden leckere Knabbereien serviert. Für alle, die Appetit auf mehr haben, steht ein elegantes Restaurant bereit, in dem der Küchenchef Giuseppe Colella traditionelle Gerichte aus der Region und aus dem Mittelmeerraum servieren lässt.Informationen: valrose.ch, DZ ab 240 Fr.Stampa: «Casa Pontisella»Das Bergell ist ein tiefes Tal zwischen dem Malojapass und Chiavenna. Der obere und grössere Teil um die Gemeinde Bregaglia liegt in Graubünden, der untere Teil gehört zur italienischen Provinz Sondrio. Die Region wirkt wie massgeschneidert für Wanderer und Bergsteiger und punktet mit malerischen Dörfern wie Soglio, Casaccia oder Stampa. Stampa hat sich als Heimat der Familie Giacometti und als Standort einiger interessanter Museen und Galerien unter Kunstliebhabern eine gewisse Bekanntheit erkämpft. In Stampa steht auch das Bed & Breakfast Pontisella, das sich als Kultur-Gasthaus versteht und vor allem Gäste anspricht, die Luxus auch in der Einfachheit erkennen. Es befindet sich in einem im Jahr 1849 erbauten Patrizierhaus direkt an der Hauptstrasse und wurde nur so weit verändert, dass es von Gästen bewohnt werden kann. Vieles ist geblieben, wie es immer schon war – die alte Küche zum Beispiel oder die mit Ornamenten verzierte Stube. Die «Casa Pontisella» in Stampa. PD Es gibt nur vier Zimmer, die sich in zwei Suiten verwandeln lassen. Der Look ist reduziert – Pastellfarben, Holz, Designklassiker –, aber gemütlich und komfortabel. Mal steht ein Kachelofen im Raum, mal läuft man über einen von Hand gebürsteten Lärchenholzboden, mal geht der Blick aus dem Fenster direkt in den Sonnenuntergang. Nachhaltigkeit, Regionalität und Naturnähe stehen sowohl bei der Einrichtung als auch beim «Zmorge» mit Produkten aus dem eigenen Garten oder von regionalen Bioproduzenten im Vordergrund. Das Hotel befindet sich in einem im Jahr 1849 erbauten Patrizierhaus. PD Die insgesamt vier Zimmer sind schlicht, gemütlich und komfortabel eingerichtet. PD Informationen: pontisella-stampa.ch, DZ ab 190 Fr.Valle Maggia: «Fior di Campo»Wer auf Seeblick verzichten kann und lieber in einem der einzigartigen Tessiner Täler wohnen möchte, findet im Dorf Campo im Maggiatal ein überraschend durchgestyltes Landhotel mit sechs Zimmern und vier Suiten. Hier punkten absolute Ruhe und unberührte Natur, eine imposante Berglandschaft, Abgeschiedenheit und Privatsphäre.Dahinter stecken Vincenzo Pedrazzini, dessen Vorfahren aus Campo stammen und einige stattliche Palazzi hinterlassen haben, und seine Lebensgefährtin Heidi Kern. Die beiden haben ein ehemaliges Gasthaus mit viel Stilgefühl umgebaut und es um einen modernen Holz-Annex ergänzt, der perfekt in die Landschaft passt. PD In den edlen Zimmern des Hotels Fior di Campo im Maggiatal findet man Ruhe und Abgeschiedenheit. Die gemütlichen und hochwertig eingerichteten Zimmer sind mit natürlichen Materialien aus der Region wie Lärchenholz und Granit aus Maggia gestaltet und schaffen eine authentische, warme Atmosphäre. Einige Zimmer verfügen über einen Balkon oder eine Terrasse mit spektakulärem Blick auf die wilde Tessiner Berglandschaft, andere über grosse Fensterfronten und Granit-Backstein-Wände.Bei Tessinern gilt die fast urban wirkende Locanda längst als Insider-Tipp. Aus der Küche kommen hausgemachte Tagliatelle, Ravioli, ein klassischer Brasato mit Polenta oder auch mal etwas Exotisches wie Tempeh aus Kichererbsen und Gemüse mit Ingwer und Weinreduktion. Dazu haben die Inhaber eine kleine, aber feine Weinauswahl zusammengestellt. Besonders gut schmecken die weissen oder roten Merlots aus der Region.Informationen: fiordicampo.ch, DZ ab 240 Fr. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Wie aus einer anderen Zeit: Fünf charmante Kleinhotels in der Schweiz
Sie liegen in schicken Altbauten oder urchigen Chalets und setzen auf Nähe statt auf Grösse: 5 Kleinhotels in der Schweiz.







