Bis Anfang der Woche war SK Hynix noch der Star der Börse. Der Kurs des koreanischen Chipentwicklers hatte sich binnen weniger Monate verzwanzigfacht. Doch die Erwartungen waren zu groß. Obwohl das Unternehmen seinen Profit um 557 Prozent steigern konnte, stürzte der Aktienkurs vergangene Woche um 20 Prozent ab.Lange währte der Niedergang allerdings nicht. Am Freitag stand die Aktie schon wieder im Plus. Auch der Kurs von Konkurrent Samsung fiel erst, nur um sich nach wenigen Tagen wieder zu erholen. Turbulent war es auch bei Facebook-Mutterkonzern Meta. Investoren sind zunehmend besorgt wegen dessen hoher Ausgaben für Künstliche Intelligenz. Der Kurs fiel, so wie eine Woche vorher schon der des Google-Mutterkonzerns Alphabet.Bei all dem Auf und Ab ist verständlich, dass mancher Anleger nervös wird. Droht die KI-Blase nun zu platzen? Doch was sich bisher in der Techbranche abspielt, ist mehr Unsicherheit als Crash. Sowohl die Chiphersteller als auch die Cloudanbieter fahren weiterhin sagenhafte Umsätze ein. Sie kontrollieren ein knappes Angebot, das auf eine stark wachsende Nachfrage trifft.
Die größte Gefahr für den Boom besteht derzeit nicht darin, dass diese Nachfrage sich in Luft auflöst – sie kommt von neuen Konkurrenten, die das Angebot ausweiten und so mittelbar die Preise drücken. Viel tut sich vor allem in China: Der Speicherchip-Produzent CXMT hat gerade einen spektakulären Börsengang hingelegt und ist jetzt Chinas wertvollstes börsennotiertes Unternehmen. Den KI-Entwicklern erwächst eine günstige Konkurrenz durch den chinesischen Anbieter Moonshot AI. Wer am Ende wirklich dauerhaft die großen Gewinne des KI-Booms einfahren wird, das bleibt eine offene Frage. Zu den klaren Gewinnern zählen derzeit Amazon und Microsoft, auf deren Infrastruktur die KI-Modelle laufen und die vergangene Woche gute Zahlen präsentierten. Ihr Geschäft ist noch am wenigsten angreifbar – vorerst. Anleger werden sich auf weitere Unruhe einstellen müssen.













