Melonen sind für mich Früchte, die den Sommer fast im Alleingang repräsentieren könnten. Man schneidet sie auf, und schon riecht die Küche nach Ferien. Sie tropfen auf Holztische, kleben wunderbar an den Händen und landen zuverlässig auf jedem sommerlichen Mittagstisch.
Für die meisten von uns sind sie selbstverständlich süßes Obst, aber dabei unterschlagen wir regelmäßig ihre eigentliche „Familiengeschichte“. Denn die Melone ist botanisch kein Einzelgänger. Sie gehört zu den Kürbisgewächsen und ist damit tatsächlich näher mit Gurken und Kürbissen verwandt, als wir es beim ersten Bissen vermuten würden.
Auf dem Grill eine ganz andere Persönlichkeit
Diese Verwandtschaft erklärt auch, warum unsere Einteilung in Sommer- und Herbstgemüse manchmal eher Gewohnheit als Naturgesetz ist. Während wir Gurken fast ausschließlich roh essen, landen Kürbisse beinahe immer gekocht auf dem Teller. Melonen wiederum gelten als Dessert oder höchstens als Begleitung von Schinken. Und eigentlich sind diese Gewohnheiten Unsinn. Eine Gurke lässt sich hervorragend schmoren oder zu Suppe verarbeiten, junger Kürbis schmeckt roh und fein gehobelt im Salat, und eine Wassermelone gewinnt auf dem Grill eine völlig neue Persönlichkeit.








