Es ist ganz leicht, aus seinem Leben zu gehen und in ein anderes hinein. Oder in den Tod. Oder in die eigene Vergangenheit. »Morgen früh gehe ich schwimmen«, sagt Michal am Abend zu seiner Frau. Sie machen gemeinsam Urlaub auf Kreta, wie seit vielen Jahren schon. Die Routinen zwischen den beiden sind eingeübt wie für die Ewigkeit, die Einkäufe, die Gespräche, selbst die Schlafgeräusche. Und er geht dann wirklich schwimmen, Michal, am nächsten Morgen, und kommt nicht zurück. Es heißt, dass er jetzt irgendwo ganz für sich in den Bergen der Insel lebt, seine Frau sucht ihn mit halber Dringlichkeit und bleibt dann auch auf der Insel, für sich allein. Ein neues Leben. »Der Wind bauschte die Vorhänge, und auf einmal erschien mir die Welt da draußen erschreckend fremd.«
»Die Flucht der Bärin« von Joanna Bator: Dieses Fell riecht nach Freiheit
Was für eine Magierin: Die polnische Schriftstellerin Joanna Bator leuchtet in ihren Erzählungen unseren dunklen Kern aus. Ihr neues Buch haut einen auf jeder Seite um.










