Ich bewege mich bei meinen Reisen durch die sommerlichen Menschenmengen. Sie sind irritierend und berührend zugleich. Ich bin einer von ihnen. Ich sehne mich danach, an dieser Stelle das Wort „wir“ zu sagen. Wir haben verschiedene Heimaten, aber wir reisen, um die Welt zu sehen, wir stehen vor einem Bild im Museum (ich war wieder bei „meinem“ Bruegel, der Menschenmengen zeichnete), wir kreisen um eine Skulptur wie im Trichter der Betrachtung, sitzen in einem Konzertsaal, bei einem Theaterstück, eine zufällige Gemeinde.Oder doch nicht ganz zufällig: Wir wählen unsere Routen, wir bilden Gemeinden der Gleichgesinnten, offline und ganz kurz. Touristen sind meine „Fratelli“, Nomaden des Sehens und Hörens, jenseits der Ethnien und Religionen. Bei allen Einwänden gibt mir diese Idee etwas Tröstliches. Vielleicht bin ich gerade auf der Suche nach neuen Gemeinschaften, Figuren und Verbindungen, um ein Mosaik der Zugehörigkeit zu kreieren.Sie verbreitet Freude, Begeisterung für GemeinschaftIch sammele meine kleinen und großen Gemeinschaften. Eindrücke und bunte Steine und Klänge. Ich fahre durch Österreich, treffe Freunde von hier und dort, in meiner Heimat herrscht endloser Krieg, Südeuropa brennt. Nach dem Attentat in Berlin wird bei vielen das Gemeinschaftsgefühl wieder geweckt. In Trauer passiert es oft, aber in der Freude? Ich habe es fast verlernt.