CDU und Linkspartei zeigen mit dem Finger aufeinander und versuchen, aus dem Terror Kapital zu schlagen. Dem Schutz queeren Lebens ist damit nicht gedient.

No Fear: Umarmung bei der Trauerkundgebung am Brandenburger Tor in Berlin am 26. Juli

Stefan Boness

R ealitätsverweigerung“ nennt es Stefan Evers, Spitzenkandidat der Berliner CDU. Man bringe bei der Linken nicht den Mut auf, Islamismus klar als Problem zu benennen. „Und wenn wir das schon nicht beim Namen nennen, dann werden wir es ja auch nicht lösen können, das Problem.“

Nicht wir als Gesellschaft haben die tödliche Gewalt auf dem Christopher Street Day in Berlin am vergangenen Samstag also nicht verhindern können, nicht die Sicherheitsbehörden, die den Täter bis kurz vor dem Anschlag beobachtet hatten, nicht die Regierungen in Bund und Land. Angesichts des Leids weckt dieser Reflex fast Verständnis: Hauptsache, jemand anderes ist schuld. Wenn jemand „das Problem“ nur klar benennen würde!