Der Anschlag auf den Berliner CSD beschäftigt Bevölkerung, Strafverfolger und Politik. Der Verdächtige ist tot, die Ermittlungen laufen weiter. Aus der Union kommen Forderungen nach einem härteren Vorgehen gegen Gefährder.

27.07.2026, 07.18 Uhr

Das Brandenburger Tor wurde Sonntagabend in Regenbogenfarben angestrahlt

Gedenken und offene Fragen: Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) herrschen Trauer und Wut, gleichzeitig gibt es Forderungen nach Aufklärung und politischen Konsequenzen. Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Johannes Winkel, fordert Erwachsenenstrafrecht für alle Gefährder. »Die Politik darf nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern muss den gesamten Rechtsrahmen überprüfen und aus dem Fall die Konsequenzen ziehen«, sagte er dem »stern« .

Gefährder dürften künftig nicht mehr nach Jugendstrafrecht verurteilt werden können, forderte Winkel. »Die dafür notwendige ›Reifeverzögerung‹ darf künftig nicht mehr angenommen werden, wenn Täter sich radikalisiert haben.«Hintergrund ist eine frühere Verurteilung des 21-jährigen mutmaßlichen Angreifers Abdul B. Er war im Mai wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einem Jahr und zehn Monaten Haft zur »Vorbewährung« verurteilt – eine Besonderheit des Jugendstrafrechts.