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Angriff beim CSD in Berlin: Mutmaßlicher Attentäter von Berlin ist tot Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Mann ein Fahrzeug in die Menge. Eine Frau stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei wird der Verdächtige getötet.

Menschen trauern und demonstrieren vor dem Brandenburger Tor. Foto: Christoph Soeder/dpaDie Berliner Polizei hat den mutmaßlichen Amokläufer auf den Christopher Street Day (CSD) bei einem Einsatz nach eigenen Angaben erschossen. Sie habe den Tatverdächtigen gegen 18.00 Uhr in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau entdeckt, schrieb die Polizei am Sonntagabend auf der Plattform X. „Nach bisherigen Erkenntnissen soll er mit einer Stichwaffe auf unsere Einsatzkräfte zugelaufen sein, daraufhin kam es zum polizeilichen Schusswaffengebrauch durch unser SEK Berlin.“ Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen sei er am Einsatzort verstorben. Zuvor hatte der rbb von dem Einsatz berichtet.Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bestätigte, dass es beim Zugriff auf den Tatverdächtigen einen Toten gegeben habe. „Es ist in der Tat so, dass es einen Einsatz gibt, eine laufende Operation der Berliner Polizeibehörden von Einsatzkommandos“, sagte Dobrindt am Sonntagabend im ZDF.Nach dem mutmaßlichen Täter war mit Hochdruck gefahndet worden. Es soll sich um einen 21-Jährigen aus dem islamistischen Milieu handeln. Bei der Amokfahrt am Samstagabend unweit des Christopher Street Days (CSD) war eine Frau getötet worden und 29 Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Bundesregierung geht von einem islamistischen Anschlag aus.Bereits in der Vergangenheit „auffällig“ und verurteiltDer mutmaßliche Angreifer sei schon in der Vergangenheit „auffällig“ geworden. Dobrindt sprach von einem „hohen Maß von Straftaten“ und einer „islamistischen Radikalisierung“ des 21-Jährigen. In der Vergangenheit sei der Beschuldigte zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, sagte Dobrindt. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.Der Tatverdächtige sei 2005 in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger, sagte der Innenminister. Der Mann habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden.Am Samstag war der Täter mit seinem Transporter laut eines Polizeisprechers am Ahornsteig, einem Parkweg parallel zur Lennéstraße, unterwegs gewesen. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor das Fahrzeug einen Baum rammte. Dobrindt zufolge attackierte er im Anschluss mit einer Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete, weitere Passanten und verletzte einige schwer.Jähes Ende eines bunten FestesZehntausende Menschen hatten den ganzen Samstag beim Christopher Street Day (SCD) auf den Berliner Straßen gefeiert. Mehr als 80 Trucks mit Musik fuhren Richtung Tiergarten zur großen Abschlussparty am Brandenburger Tor. Die Feierstimmung nahm gegen 22.00 Uhr ein jähes Ende, als der weiße Van in der Nähe des Potsdamer Platzes in die Menschenmenge fuhr. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen wurden alle in Krankenhäuser gebracht. In der Nacht sagten die CSD-Veranstalter dann zwei für Sonntag geplante Veranstaltungen ab.Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verteidigte die Sicherheitsmaßnahmen beim CSD als sehr gut. „Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt“, sagte Wegner am Nachmittag in der Nähe des Tatorts. „Die Strecke des CSD wurde nicht getroffen.“ Dort sei der Täter nicht draufgekommen, weil die Polizei und die Sicherheitsbehörden den CSD abgesichert hätten. Aber rund 400 Meter daneben seien immer noch viele Menschen, die die Veranstaltung verlassen hätten oder wieder hingehen wollten.Debatte über SicherheitTaten wie der Angriff auf den Berliner CSD lassen sich nach Einschätzung von Experten praktisch nicht verhindern. „Ich glaube, dass ein Staat oder auch die Europäische Union, eine Staatengemeinschaft, sehr viele Maßnahmen ergreifen kann, damit die Menschen in Deutschland sicher sind“, sagte der Terrorismusexperte der Konrad-Adenauer-Stiftung, Felix Neumann. Eine hundertprozentige Sicherheit sei aber nicht möglich. „Es wird immer Menschen geben, die aus was für einem Motiv auch immer zur Gewalt greifen und dann irgendwelche Lücken finden.“Der CDU-Innenpolitiker Günter Krings forderte in der „Rheinischen Post“ ein härteres Strafmaß für islamistische Attentäter – sollte sich bewahrheiten, dass es sich im Berliner Fall um einen solchen handele. Auch strengere Regeln bei der Einbürgerung brachte er ins Gespräch. Sein Parteikollege Alexander Throm sagte dem „Tagesspiegel“, alle in Arbeit befindlichen Sicherheitsgesetze müssten unmittelbar nach der Sommerpause verabschiedet werden.Das sind die ReaktionenWegner reagierte bestürzt auf den Vorfall: „Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft – nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert. Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.“Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich ähnlich. „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“, sagte er in Hamm, wo er an einem Tempelfest der Hinduistischen Gemeinde in Deutschland teilnahm.Kanzler Merz erklärte bei X: „Was für eine abscheuliche Tat in Berlin. Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft.“Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, drückte auf der Plattform X sein Entsetzen aus und schrieb: „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz.“ Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), schrieb bei Instagram: „Wenn die Feinde unserer Freiheit Hass und Gewalt säen, werden sie keine Angst ernten, sondern mehr Zusammenhalt, mehr Vielfalt und mehr Sichtbarkeit.“ dpa Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! 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