Schwarz tragen im Sommer? Das geht – wenn man einige Punkte beachtet.Jede Saison hat ihre althergebrachten Moderegeln. Im Sommer lautet eine davon oft: Die Kleidung darf und sollte bunt sein. Pink, meerblau, sonnengelb oder orange – man ist es gewohnt, dass die Lust auf Farbe mit den Temperaturen zunimmt, zumal die Kollektionen der Saison traditionell Nuancen verwenden, die im Sonnenlicht schön leuchten und an exotische Reiseziele erinnern. Ausnahme von der Regel: Weiss, der Sommerton schlechthin.Doch mit der zunehmenden Individualisierung der Anziehgewohnheiten und vielleicht auch dem weiterhin anhaltenden Trend zum Minimalismus der 1990er Jahre rückt eine andere Farbe beziehungsweise Nichtfarbe in den Fokus: Schwarz.Schwarz wurde stets als Sommer-No-Go abgetan – es heizt sich zu sehr auf, und wer möchte im Sommer schon so streng aussehen? Aber Schwarz ist nicht umsonst ein beliebter Ton, er wird für seine Eleganz, Zeitlosigkeit und Unkompliziertheit geschätzt – und kann sehr wohl auch im Sommer getragen werden. Das zeigen Stylings von Celebrities wie Hailey Bieber und Laufsteg-Looks von Labels wie Chloé oder Khaite. Dakota Johnson trug zur Hochzeit von Taylor Swift im überhitzten New York Anfang Juli ein schwarzes Kleid. Auch auf den Laufstegen war bei der Sommermode 2026 viel Schwarz zu sehen. Wie hier bei Prada. Getty Images Die Farbe ist nicht das einzige entscheidende MerkmalWie so oft kommt es am Ende auf das Styling sowie die Wahl der Materialien und Schnitte an. Dabei muss beachtet werden: Ja, es stimmt, dass Schwarz sich bei direkter Sonnenlichteinstrahlung aufheizt, weil es Licht und Wärme absorbiert, während Weiss sie reflektiert. Wie unangenehm sich das anfühlt, hängt aber von mehreren Faktoren ab.Wer zum Beispiel Kleidungsstücke aus dünnen Materialien wie Leinen oder leichter Baumwolle wählt, wird besser damit zurechtkommen als mit dicht gewebtem Denim. Auch eng anliegende Schnitte werden Schweissattacken eher befördern, während luftige Silhouetten und Oversize-Teile mehr Luftzirkulation und damit Abkühlung ermöglichen. Weite Kleider oder Ensembles aus weitem Hemd und Shorts lassen sich auf diese Weise zum Beispiel sehr gut tragen, ebenso semitransparente Stücke aus Mesh oder Spitze. Enge Polyester-Tops, Denim-Hemden oder gar schwarze Lederhosen eher nicht. Getty Images Luftige Schnitte, leichte und atmende Textilien tragen zu einem besseren Körpergefühl bei. Wie sehr man sich der Sonne aussetzt, spielt auch eine Rolle. Ja, Schwarz heizt sich auf. Aber man muss ja nicht – und sollte ohnehin nicht – die ganze Zeit in der prallen Sonne stehen. In Innenräumen oder auf schattigen Plätzen fühlt sich Schwarz kaum wärmer an als weisse Kleidungsstücke, wie die «New York Times» in einem Selbstversuch herausfand.Das Komfortniveau hängt also auch von der Situation ab. Wer am liebsten immer Schwarz tragen will, und sei es sogar beim Ganztages-Sightseeing in einer europäischen Grossstadt während einer Hitzewelle, kann mit den richtigen Materialien und Schnitten gegensteuern. Und sollte sich am besten so gut es geht im Schatten aufhalten. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.