Der Sommer ist da, und mit ihm die alljährliche, modische Zerreißprobe: Wie schafft man es, jenseits der 30 Grad noch stylish auszusehen, ohne dem Hitzetod zu erliegen? Die naheliegende Antwort darauf lautet eigentlich: „Weniger ist mehr.“Doch die aktuelle Modesaison zeigt sich rebellisch, bricht radikal mit dieser vermeintlichen Regel des gesunden Menschenverstandes. Statt auf die immer gleichen, langweiligen Shorts-und-T-Shirt-Kombis zu setzen, lautet das Motto dieses Jahr: Schwitzen für den Stil. Es geht nicht mehr darum, das Transpirieren um jeden Preis zu verhindern – das gelingt sowieso nicht – sondern der Hitze mit einem Augenzwinkern zu begegnen. Drei unerwartete Sommer-Trends, die auf den ersten Blick absolut nichts im Hochsommer zu suchen haben, sich beim zweiten Hinsehen aber als geniale Stilmittel entpuppen.

1. Ugg-Boots: Von den Wellen auf den Asphalt

Richtig gehört: Die klobigen Lammfellstiefel, die wir in den Wintermonaten als letzten Schachzug im Kälte-Kampf betrachten, erobern den sonnenwarmen Teer der Straße. Was im ersten Moment nach Wahnsinn klingt, ergibt bei einem Blick in die Modegeschichte erstaunlich viel Sinn.

Entwickelt wurden die Boots nämlich eigentlich für den Sommer. Ein australischer Surfer gründete im Jahr 1978 die Marke Ugg an der Küste Südkaliforniens. Das Konzept: Nach dem Wellenreiten schnell in die Stiefel schlüpfen, um die Füße zu wärmen – ohne dass sie später im warmen Küstenklima anfangen, zu schwitzen.Dass dieses Kalkül aufgeht, liegt daran, dass echtes Lammfell von Natur aus temperaturregulierend wirkt – was Uggs sommers wie winters zu einer soliden Schuhwahl macht. Kombiniert mit Denim-Shorts und einem simplen Shirt entsteht ein Look, der Surfer-Flair in die Innenstadt transportiert.