Die EU wollte im 21. Sanktionspaket erstmals russischen Fisch sanktionieren. Jetzt sind die geplanten Maßnahmen nach der Einigung der Mitgliedstaaten vorerst vom Tisch.Die ursprünglich geplanten Beschränkungen für Alaska-Seelachs und Kabeljau gehören nicht mehr zum kommenden Sanktionspaket. Darüber berichten unter anderem die Financial Times (FT) und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit den Verhandlungen vertraute Diplomaten.
Reuters zufolge haben sich die EU-Botschafter an diesem Donnerstagmorgen bereits auf das 21. Sanktionspaket geeinigt, nachdem wochenlange Verhandlungen mehrfach festgefahren waren. Eine offizielle Veröffentlichung der endgültigen EU-Rechtstexte steht bislang noch aus und soll erst mit dem finalen Beschluss des Pakets erfolgen.
Nicht nur Fischstäbchen: Immer mehr EU-Staaten schützen ihre eigene Wirtschaft
Die Entscheidung ist mehr als nur eine Ausnahme für die Fischbranche. Bereits in den vergangenen Tagen war deutlich geworden, dass mehrere Mitgliedstaaten Änderungen am Sanktionspaket verlangten, sobald zentrale Wirtschaftsinteressen im eigenen Land betroffen waren.
Während Griechenland Ausnahmen für den Transport russischen Flüssigerdgases (LNG) durch heimische Reedereien durchsetzte, wuchs demnach auch der Widerstand gegen die geplanten Fisch-Sanktionen. Die FT berichtet, die Vorschläge zu Fischimporten seien auf einen „immer lauteren Widerstand“ mehrerer Mitgliedstaaten gestoßen, die wirtschaftliche Nachteile für ihre eigene Industrie befürchteten. Weil sich auch Kompromissvorschläge nicht durchsetzen ließen, verschwand der gesamte Bereich schließlich aus dem Paket.














