Vor einem Monat hatte die Berliner Zeitung erstmals berichtet, dass ausgerechnet Deutschland unter den geplanten EU-Sanktionen gegen russische Fischimporte besonders leiden könnte. Denn die Einfuhren von Fisch und Fischprodukten aus Russland nach Deutschland haben sich seit 2021 nahezu verdreifacht. Betroffen wären vor allem die Fischstäbchen.Die werden in Deutschland nämlich aus dem in Deutschland verarbeiteten Alaska-Pollacks oder aus Alaska-Seelachs gemacht, der seinerseits zum Großteil direkt oder indirekt aus russischen Quellen stammt.

Nun deutet sich nach Medienberichten überraschend eine Kehrtwende an. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ging auch die Bundesregierung intern davon aus, dass die ursprünglich geplanten Fisch-Sanktionen die Versorgung Deutschlands mit Fischstäbchen aus Alaska-Seelachs gefährden könnten.

Fisch-Sanktionen gegen Russland: Das ist die Position der Bundesregierung

Dem Bericht zufolge hätte Berlin jedoch eine schrittweise Einführung der Maßnahmen dennoch mitgetragen. Frankreich und Portugal hätten dagegen auf eine vollständige Streichung gedrängt – aus Sorge um ihre Surimi-Produktion beziehungsweise traditionelle Kabeljaugerichte – und sich damit schließlich durchgesetzt. Eine offizielle Bestätigung dieses Verhandlungsverlaufs liegt bislang allerdings nicht vor.