Nach Bluttat im Juni : Täter von Stade begeht in Haft Suizid21.07.2026, 17:32Lesezeit: 2 Min.Er erschoss sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung – nun hat sich der 45 Jahre alte Mann das Leben genommen. Ein Wärter fand ihn am Dienstagmorgen leblos in seiner Zelle.Der 45-Jährige, der Ende Juni sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade erschossen hat, hat laut einer Mitteilung des niedersächsischen Justizministeriums Suizid begangen. Demnach nahm er sich am Dienstag in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben. „Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen aktuell nicht vor“, hieß es.Demnach entdeckte ein Gefängniswärter den leblosen Mann am Dienstagmorgen um kurz nach sechs Uhr in seiner Zelle. Ein herbeigerufener Notarzt stellte wenig später seinen Tod fest.Nach dem Vorfall fordert die Opposition im niedersächsischen Landtag Aufklärung. „Die Justizministerin muss jetzt lückenlos darlegen, wann welche Hinweise auf eine mögliche Selbstgefährdung vorlagen, wie diese bewertet wurden, welche Schutzmaßnahmen angeordnet waren und ob sie tatsächlich eingehalten wurden“, teilte Carina Hermann mit, die Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Landtagsfraktion.„Dass der Beschuldigte nun tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, nimmt den Angehörigen auch die Möglichkeit, die vollständige strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben“, kritisiert Hermann.Staatsanwaltschaft: Das war sechsfacher MordDer 45-Jährige hatte am 29. Juni in einer privaten Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sechs Erwachsene erschossen – vier Frauen und zwei Männer. Vier Opfer waren sofort tot, eines starb noch am Tatort während der Reanimation. Das sechste Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat als sechsfachen Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen bewertet.Der Täter war zu einem sogenannten Hilfeplangespräch der Jugendhilfeeinrichtung erschienen, bei dem es um das Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter gehen sollte. Das Baby und dessen 34 Jahre alte Mutter befanden sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls in dem Gebäude des privaten Trägers. Beide blieben bei der Tat unverletzt.Bei dem 45-Jährigen handelte es sich um einen in Deutschland geborenen türkischen Staatsbürger aus dem Raum Hannover. Der Mann galt laut Darlegung der Behörden bis zur Tat zwar nicht als „absolut gewalttätig“, er war der Polizei aber bereits wegen Bedrohungen bekannt. Auch von der Jugendhilfe wurde er als heikel eingestuft. Hilfe bei Suizidgedanken Sprechen Sie mit Menschen. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Die Telefonseelsorge Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis. Hilfe-Chats Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten. Sollte kein Berater frei sein, klappt es in jedem Fall mit einem gebuchten Termin. Die E-Mail-Beratung Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorge melden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.
Amoklauf Stade: Tatverdächtiger begeht Suizid in Haft
Er erschoss sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung – nun hat sich der 45 Jahre alte Mann das Leben genommen. Ein Wärter fand ihn am Dienstagmorgen leblos in seiner Zelle.











