The Market Risk BarometerDie neuerlichen Spannungen in Nahost belasten die globalen Aktienindizes. Einzig der Swiss Market Index und der FTSE 100 trotzen dem Negativtrend. Das Risk Barometer von The Market fällt deutlich.Einmal mehr zeigt sich, dass es einfach ist, einen Krieg zu beginnen, aber sehr schwierig, ihn zu beenden. Zuletzt haben die Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran an Intensität gewonnen. In der neunten Nacht in Folge haben die USA Ziele in Iran angegriffen. Am Wochenende wurden mindestens drei Angehörige der US-Armee nach iranischen Attacken auf Jordanien und Irak getötet.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Mitte Juni haben die beiden Länder eine Absichtserklärung unterzeichnet, um den im April vereinbarten Waffenstillstand um sechzig Tage zu verlängern. Dieser scheint nun Makulatur zu sein, nachdem Iran Schiffe in der Strasse von Hormuz angegriffen hatte. Im Zuge der neuerlichen Eskalation ist auch der Schiffsverkehr in der Meerenge erneut zum Erliegen gekommen.Ölpreise zeigen wieder nach obenDamit ist es mit der Entspannung bei den Energienotierungen vorbei: Seit Anfang Juli zeigen sie klar nach oben, womit bald Inflations- und Zinserhöhungssorgen in den Fokus der Anleger rücken könnten.Zudem wachsen einmal mehr Zweifel darüber, wie nachhaltig und profitabel der KI-Boom tatsächlich ist. So sorgte ein chinesisches Unternehmen am Donnerstag für Verunsicherung unter den Anlegern: Es präsentierte ein mächtiges KI-Modell, das deutlich günstiger zu sein scheint als diejenigen der Platzhirsche Anthropic und Open AI.Das gab der Befürchtung, dass sich die enormen Investitionen der KI-Unternehmen nicht rechnen werden, Nahrung. Entsprechend gerieten die Aktien diverser Technologieaktien unter Druck. Vor diesem Hintergrund dürfte die Quartalszahlen von Alphabet am Mittwoch auf grosse Resonanz stossen.Nikkei 225 unter DruckDie meisten der wichtigen Aktienindizes gaben in der vergangenen Woche nach. Dem allgemeinen Abwärtsdruck vermochten sich einzig der Londoner FTSE 100 (+1%) sowie der Swiss Market Index (+0,8%) zu entziehen.Der Euro Stoxx 50 schlug sich ebenfalls vergleichsweise wacker. Er büsste im Wochenverlauf 0,6% ein, während der Dax 0,9% verlor.Deutlich stärker unter Druck standen die technologielastigen Börsenbarometer. So sackten der Nasdaq 100 sowie der breite Schwellenländerindex um schmerzhafte 4,1% ab. Das Schlusslicht bildete indes der Nikkei 225 mit einem Wochenminus von 6,4%.Schwache ZyklikerBei den Sektoren hielten sich die Gewinner und die Verlierer in etwa die Waage. Angeführt wurde das Feld von Energieaktien, die mit einem Plus von 4,7% ihren Lauf fortsetzten – seit Jahresbeginn ist Energie klar der stärkste Sektor. Auch die Branchen Immobilien (+2,1%), Basiskonsum (+1,6%) sowie Finanz (+0,8%) waren gesucht.Besonders schwach waren zyklische Valoren sowie Technologie- und KI-Aktien. Die Sektoren Industrie (–1,4%) und Grundstoffe (–1,7%) verloren deutlich an Wert. Noch härter traf es aber Kommunikations- (–2,4%) und Technologiewerte (–4%).Risk Barometer fällt weiterKein Wunder, hat sich die Stimmung der Marktteilnehmer zuletzt weiter abgekühlt. Das Risk Barometer von The Market sank von 47 auf noch 39 Zähler, womit es eine zunehmende Zurückhaltung unter den Anlegern erkennen lässt. Aus Contrarian-Sicht wurde allerdings noch kein Kaufsignal ausgelöst.Von den insgesamt neun Inputfaktoren signalisieren deren fünf eine abnehmende Risikofreude. Am deutlichsten zeigte sich das bei der stark gestiegenen Nachfrage nach Put-Optionen, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen, sowie bei der Rotation aus zyklischen in weniger konjunktursensitive Aktiensegmente. Der Anstieg des Volatilitätsindex Vix, der die erwarteten Kursausschläge des US-Leitindex S&P 500 abbildet, passte ebenfalls zur gestiegenen Risikoaversion.Entgegen dem Trend waren US-Privatanleger jüngst etwas zuversichtlicher punkto Aktien, während auch die grossen Marktakteure ihre Wetten gegen den Nasdaq und den S&P 500 getrimmt hatten. Unter dem Strich überwogen allerdings die negativen Kräfte.Diverse UnternehmensresultateDie Berichtssaison nimmt Fahrt auf. In den kommenden Tagen legen gewichtige Unternehmen ihr Ergebnis vor (siehe Tabelle). Zu den prominentesten zählen u.a. Chales Schwab, MSCI, Novartis, 3M (Dienstag), Alphabet, AT&T, GE Vernova, IBM, Moody’s und Tesla (Mittwoch). Am Donnerstag folgen Givaudan, Intel, Newmont, Nestlé, Nokia, Roche sowie SAP. Zum Wochenausklang präsentieren American Express und Verizon ihren Gewinnausweis.Angesichts der Spannungen in Nahost und der wiederaufflackernden Zweifel um die Rentabilität der KI-Investitionen dürften die Anleger besonders genau auf die Firmenergebnisse schauen.Quelle: Earnings WhispersAus makroökonomischer Sicht steht in der laufenden Woche der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag im Fokus der Anleger. Am Freitag richtet sich das Augenmerk auf die vorläufigen Industrie-Einkaufsmanagerindizes, die zu den verlässlichsten konjunkturellen Frühindikatoren zählen.