Das Gespenst der Deindustrialisierung geht um Deutschland – und es wird immer besorgniserregender. Volkswagen will ab 2031 nach Spiegel-Informationen die Produktion in Zwickau und Emden beenden, später sollen Hannover und Neckarsulm folgen. Rund 40.000 Beschäftigte arbeiten in den vier Werken. Zugleich will der Konzern bis 2030 weltweit 100.000 Stellen streichen und Modelle künftig verstärkt in günstigeren osteuropäischen Fabriken bauen.

Mercedes-Benz verschiebt die Produktion der kleinen G-Klasse ins ungarische Kecskemét. Bosch will in seiner Mobilitätssparte 22.000 Stellen abbauen und schließt parallel neue Partnerschaften in China. MAN verlagert zentrale Schritte der Lkw-Produktion nach Polen, BASF baut Wertschöpfung an ausländischen Standorten aus, vor allem in China.

„Made in Germany“ verschaffte uns im Ausland Respekt – und jetzt?

Die bestehende Produktion, aber auch neue Investitionen wandern ausgerechnet bei jenen Unternehmen ab, die „Made in Germany“ über Jahrzehnte geprägt haben. Dieses Gütesiegel hat uns im Ausland Anerkennung und Respekt verschafft, weil es für Qualität und deutsche Ingenieurskunst stand. Etwas, was lange Teil unserer Identität war und uns Deutsche stolz auf unser Land gemacht hat. Mehr als nur einzelne Arbeitsplätze geraten gerade in Gefahr.