Bei Volkswagen nehmen die Pläne für weitreichende Werksschließungen in Deutschland einem Medienbericht zufolge konkrete Formen an. Begleitet von Protesten an allen heimischen Standorten berät der Aufsichtsrat am Donnerstagnachmittag über einen Zukunftsplan, der laut „Spiegel“ das Aus für vier Werke bis 2034 vorsehen soll.Im Vorfeld der Sitzung verwies das Unternehmen auf die Notwendigkeit harter Einschnitte. „Wir werden auch Überkapazitäten abbauen müssen“, teilte ein Sprecher mit. Zwar teilten Vorstand und Aufsichtsrat die Sorgen der Beschäftigten, Ziel sei es jedoch, den Konzern robuster und wettbewerbsfähiger zu machen.Die Produktion in den Fahrzeugwerken in Zwickau und Emden solle in fünf Jahren auslaufen, berichtete das Magazin „Spiegel“ unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Das Nutzfahrzeugwerk in Hannover solle 2032 folgen, das Audi-Werk in Neckarsulm 2034. VW wollte sich dazu nicht äußern.40.000Menschen arbeiten in den vier Fabriken, die geschlossen werden sollen.In den vier Fabriken arbeiten rund 40.000 Menschen. Konzernchef Oliver Blume plane, die dortigen Modelle künftig in günstigeren osteuropäischen Werken zu bauen. Für die deutschen Standorte würden andere Zwecke gesucht, etwa ein Verkauf an Rüstungsunternehmen oder die Fertigung von in China entwickelten Autos. Letzteres gilt Insidern zufolge vor allem für Zwickau als Option.Die Pläne sehen zudem einen massiven Stellenabbau vor: Während der „Spiegel“ von 50.000 Jobs bis 2030 schreibt, hatte das „Manager Magazin“ zuletzt von bis zu 100.000 gefährdeten Stellen berichtet. Um den erwarteten Widerstand Niedersachsens zu umgehen, steht die Option im Raum, die Kernmarke VW auszugliedern und so das VW-Gesetz de facto auszuhebeln. Um die eigenen Führungskräfte auf den harten Kurs einzuschwören, ließ Blume sie Insidern zufolge den Plan vorab unterschreiben. Zustimmung gilt als unsicher Eine Zustimmung zu dem Plan am Donnerstag gilt jedoch als äußerst unsicher. Im Kontrollgremium herrscht nach dem Rückzug von Ex-Renk-Chefin Susanne Wiegand ein Patt. Die Arbeitnehmerseite um IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo wertete die Pläne als unverantwortliche Drohung und kündigte massiven Widerstand an.Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) lehnte Werksschließungen ab und forderte eine europäische Strategie gegen den Preisdruck aus China. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte zuletzt, die Regierung arbeite an einer besseren Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.Vor der Aufsichtsratssitzung haben die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat am Donnerstag einen Aktionstag mit Gegenprotesten begonnen. Einen ersten Protest gab es am Vormittag am VW-Werk in Osnabrück, wo sich etwa 70 Vertrauensleute und Betriebsräte nach IG-Metall-Angaben vor dem Werkstor versammelten. Michael Tepe, Betriebsratsmitglied des VW-Werks in Osnabrück, spricht zu den Teilnehmern einer Protestkundgebung. © dpa/David Ebener Wie ein dpa-Fotograf vor Ort berichtete, pfiffen die Beschäftigten mit Trillerpfeifen und hielten ein Banner hoch – darauf stand: „Vereint für unsere Zukunft kämpfen“.Volkswagen hatte schon Ende 2024 den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland und das Ende der Autofertigung in Osnabrück und Dresden beschlossen. Seither hat sich die Lage weiter verschärft. Im ersten Quartal 2026 lag die operative Rendite bei 3,3 Prozent. Neben dem Absatzeinbruch in China belasten die Zölle von US-Präsident Donald Trump den Konzern dem „Spiegel“ zufolge mit fünf Milliarden Euro pro Jahr. (Reuters, dpa)
VW plant Schließung von vier deutschen Werken: Zwickau und Emden droht wohl als Erstes das Aus
VW plant laut einem Medienbericht die Schließung von vier deutschen Werken bis 2034. Am Nachmittag kommt der Aufsichtsrat zu einer entscheidenden Sitzung zusammen.













