Mr MarketRekordhohe Kapitalzusagen von 16 Mrd. $ per Mitte Jahr genügen nicht. Weiterhin überwiegt im Markt die Sorge, übermässig teuer eingekaufte Portfoliounternehmen sowie Rücknahmen von Kundengeldern könnten die Ertragsbasis des Privatmarktspezialisten erodieren lassen.Geschätzte Leserin, geschätzter LeserOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Privatmarktspezialisten stehen unter Druck: Zu Jahresbeginn setzten Sorgen um die disruptive Kraft von künstlicher Intelligenz den Aktien von Softwareunternehmen zu. Darunter litten auch die globalen Privatmarktakteure, die die ihnen anvertrauten Gelder im Schnitt zu rund 30% in den Bereich Software investiert haben. Zudem belastete die Angst vor Ausfällen im Bereich Private Credit.Regelrecht abgestürzt sind die Aktien der Schweizer Partners Group – vom Höchst im Januar von 1100 Fr. auf bis zu 632 Fr. Ende Juni.Partners Group leidet auch unter unternehmensspezifischen Gründen: Der US-Hedgefonds Grizzly hat einen Angriff auf das Unternehmen lanciert, und inzwischen sind weitere Short-Seller auf den Zug aufgesprungen. Zudem sah sah sich der Privatmarktanbieter mit so grossen Abzügen von Kundengeldern aus semi-liquiden Vehikeln konfrontiert, dass es diese begrenzen musste.Zwischenmitteilung mit Licht und SchattenMit der Mitteilung zur Entwicklung der Kundengeldern von gestern Abend weiss der Markt nun, wie hoch die Mittelabflüsse im ersten Halbjahr ausgefallen sind: 3,8 Mrd. $. Das entspricht zwar den Erwartungen, dass der Abfluss aufgrund der Rücknahmebeschränkung auf rund 2 Mrd. $ pro Quartal eingegrenzt werden kann, bringt aber keine positive Überraschung.Im Gegenteil bestätigt Partners Group, dass bereits 1 Mrd. $ an neuen Rücknahmeforderungen entweder ins zweite Halbjahr gerollt worden oder neu eingetroffen seien. Auch das kommt wenig überraschend. Die Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass dieser Abfluss bis Ende 2027 anhalten wird.Partners Group selbst stellt in Aussicht, dass die Rücknahmen aus ihren semi-liquiden Fonds insgesamt das Wachstum der Kundengelder um 1 bis 2 Prozentpunkte schmälern dürfte, und zwar bis 2027.Auf der anderen Seite erhielt das Unternehmen im ersten Halbjahr rekordhohe Neuzusagen an Geldern im Ausmass von 16 Mrd. $. Das liegt klar über der Konsenserwartung von 14 Mrd. $ und lässt keine Abflachung einer Nachfrage nach Private-Equity-Produkten erkennen.Zudem bekräftigt das Management erneut, für das Gesamtjahr Kapitalzusagen zwischen 26 Mrd. und 32 Mrd. $ anzupeilen – zur Jahresmitte ist es damit auf Kurs.Dennoch enttäuscht, dass die verwalteten Vermögen im Jahresverlauf von 185 Mrd. netto lediglich auf 186 Mrd. $ zugelegt haben. Gebremst haben mit 6,6 Mrd. $ über Erwarten grosse Rückführungen aus gereiften Fonds an die Investoren. Negativ überrascht hat mit einem Minus von 4,6 Mrd. $ zudem der Bereich «Übriges». Darunter fallen Wechselkursumrechnungen, aber auch Auswirkungen der Performance von Investitionen.Dieser Posten hat im ersten Halbjahr in Summe deutlich negativ zu Buche geschlagen. Partners Group spricht davon, dass sich 15% ihrer Anlagen derzeit unter Plan entwickeln. Betroffen seien Einzelfälle aber auch ganze Jahrgänge, insbesondere 2020 bis 2022, die zu hohen Bewertungen gekauft worden waren. Gerade die prozyklischeren semi-liquiden Strukturen sind davon übermässig betroffen, was mitunter die verstärkten Abflüsse aus diesen Strategien erklärt.Schwache PerformancegebührenBetroffen von einer schwächeren Wertsteigerung der Anlagen ist aber auch Partners Group selbst, und zwar weil die Performancegebühren sinken. Im Schnitt peilt das Unternehmen an, dass 25 bis 40% seiner Einnahmen aus solchen erfolgsabhängigen Gebühren stammen. Im ersten Halbjahr ist dieser Anteil allerdings auf 20% gefallen und für das Gesamtjahr erwartet das Management, lediglich das untere Ende dieser Spanne erreichen zu können.Abflüsse von quartalsweise 2 Mrd. $, die das Wachstum derzeit hemmen, Performancegebühren im untersten Zielbereich sowie Neuzusagen von Kundengeldern, die im zweiten Halbjahr allenfalls doch noch zurückgehen könnten: All diese Werte waren in den Modellen der Analysten bereits vor der gestrigen Mitteilung enthalten – und doch gibt der Kurs von Partners Group heute erneut rund 6% nach.Die Marktstimmung ist derzeit schlicht so negativ gegenüber Partners Group, dass die Angst vor einer Erosion der Geschäftsbasis grösser ist, als die im ersten Halbjahr verbuchten rekordhohen Zusagen an Neugeldern Zuversicht aufkommen lassen könnten.Das Gegenteil trifft auf das Management zu: Es hat erneut das Ziel bestätigt, die Dividende zu steigern. Auf dem derzeitigen Kursniveau verspricht das eine Rendite von 6,8%. Nachdem die Insider dieses Jahr zudem für bereits 80 Mio. Fr. neue Aktien gekauft haben, bezeichnete gestern das Management das derzeitige Kursniveau auch öffentlich als «attraktive Kaufgelegenheit» und meinte, der Verwaltungsrat werde ein Rückkaufprogramm evaluieren.Auch The Market setzt mit seinem Dividendenportfolio weiter auf die Aktien und erwartet, dass der Privatmarktspezialist künftig wieder zu höheren Wachstumsraten zurückfindet. Angesichts der ausgeprägten Skepsis im Markt könnte das allerdings länger dauern als bislang erhofft, zumal die Negativschlagzeilen zu Rücknahmebeschränkungen Partners Group noch mehrere Quartale begleiten dürften.Freundlich grüsst im Namen von Mr Market,Ruedi Keller
Partners Group kann die Zweifel der Anleger nicht zerstreuen
Rekordhohe Kapitalzusagen genügen nicht. Beim Privatmarktspezialisten überwiegen an der Schweizer Börse die Sorgen, der Aktienkurs fällt.







