Partners-Group-CEO: «Fonds-Rücknahmen werden das Vermögenswachstum noch in den nächsten 18 Monaten beeinflussen»Die Zuger Beteiligungsgesellschaft hat im ersten Halbjahr mehr Neugeld eingesammelt als erwartet. Vermögende Privatanleger haben allerdings 3,8 Milliarden Dollar aus gewissen Fonds abgezogen.15.07.2026, 19.40 Uhr4 LeseminutenDie Partners Group hat mehr Neugeld als erwartet eingesammelt. Hier der neue Hauptsitz in Baar, den die Beteiligungsgesellschaft im Herbst 2024 bezogen hat.Christof MoeriDie Partners Group steht nach wie vor hoch in der Gunst der Investoren. Die Beteiligungsgesellschaft hat im ersten Halbjahr 16 Milliarden Dollar an Neugeld angezogen. Das gab der CEO des Unternehmens, Dave Layton, am Mittwochabend bekannt. Damit hat die Beteiligungsgesellschaft die Erwartungen der Analysten übertroffen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Per Ende Juni verwaltete die Partners Group damit Vermögen in der Höhe von 186 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr hat sie ihre Prognose bestätigt. Sie rechnet nach wie vor damit, dass sie Kapitalzusagen von Investoren von 26 bis 32 Milliarden Dollar erhalten wird.Das Unternehmen hat allerdings das schwierige Umfeld für Privatmarktanlagen in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen. Die Anlageklasse hat viel von ihrem Glanz verloren. Seit Jahresbeginn haben Investoren rund 3,8 Milliarden Dollar aus gewissen Fonds der Beteiligungsgesellschaft abgezogen.Die Welle von Rücknahmen hat sich ausgebreitetBegonnen hat die Vertrauenskrise im Herbst 2025 bei Private-Credit-Fonds: Das sind Finanzvehikel, die direkt Kredite an mittelgrosse Unternehmen vergeben. Mit dem Resultat, dass einige Privatmarktanbieter Rücknahmeanträge ihrer Investoren beschränken mussten.Die Partners Group war von den Abflüssen bei den Private-Credit-Fonds nur am Rande betroffen. Seit ein paar Monaten wollen jedoch auch bei ihren Fonds mehr Investoren ihr Geld zurück. Im Juni musste die Partners Group ebenfalls Rücknahmeanträge von Investoren begrenzen. Nach der Bekanntgabe verloren die Aktien an einem Tag rund 16 Prozent.David Layton, CEO-Partners GroupRund 80 Prozent des Geschäfts von Partners Group entfällt auf institutionelle Kunden. Dieses läuft nach wie vor. Nervös sind dagegen die Privatinvestoren. Dabei hat die Zuger Beteiligungsgesellschaft, wie auch andere Anbieter in der Private-Equity-Branche, vermögende Anleger in den vergangenen Jahren ganz besonders umworben.Die eingebauten Sicherheitsvorkehrungen haben funktioniertSie haben teils spezielle Fonds für sie kreiert: Bei den sogenannten Evergreen-Fonds können Privatinvestoren ihr Geld in bestimmten Abständen wieder zurückverlangen. In herkömmlichen Private-Equity-Fonds bleiben die Gelder dagegen während mehrerer Jahre gebunden. Vertrieben werden die Fonds durch Banken – unter anderem auch durch die UBS oder Julius Bär.Als Sicherheitsmassnahme haben diese Evergreen-Fonds allerdings ein sogenanntes Gating eingebaut. Dieses verhindert, dass alle Investoren gleichzeitig ihr Geld abziehen und es so zu Notverkäufen der unterliegenden Beteiligungen kommt. «Es ist ein Feature, kein Bug», sagt ZKB-Analyst Daniel Regli, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Viele Anleger sind sich dessen jedoch nicht bewusst.Überhaupt kommt es häufiger zu solchen Rücknahmebeschränkungen als manche Anleger meinen. «Während der Pandemie musste die Partners Group dies ebenfalls bei gewissen Fonds einführen», sagt Andreas Venditti, Analyst bei Vontobel, der die Zuger Beteiligungsgesellschaft bereits seit vielen Jahren beobachtet. Damals hätte dieses Gating kaum jemanden interessiert. Heute stehe jedoch die ganze Branche viel stärker im Fokus – nicht zuletzt, weil die Finanzgesellschaften intensiver um die breite Bevölkerung werben.Tiefere Performance-Erträge werden erwartetBei der Partners Group dürften diese Einschränkungen noch länger spürbar sein. «Die Fonds-Rücknahmen werden das Vermögenswachstum noch in den nächsten 18 Monaten beeinflussen», sagte CEO Layton vor Finanzanalysten.Die schwächere Entwicklung der Evergreen-Fonds drückt laut der Beteiligungsgesellschaft auch auf ihre Performance-Erträge. Diese dürften im ersten Halbjahr unter einem Anteil von 20 Prozent zu liegen kommen. Für das Gesamtjahr sollen sie dann wieder auf 25 bis 40 Prozent steigen. Die vollständigen Geschäftszahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht die Partners Group allerdings erst im September.Die Zuger Beteiligungsgesellschaft war einer der ersten Player, die Fonds eigens für Privatanleger aufgelegt haben. Heute bietet die Partners Group mehr als 30 Evergreen-Vehikel an. Davon verzeichnete der überwiegende Teil Zuflüsse, wie Layton am Mittwochabend festhielt. Insgesamt sind es rund 4,2 Milliarden Dollar.Von den Beschränkungen betroffen sind laut der Partners Group fünf ältere Evergreen-Fonds. Wie die Beteiligungsgesellschaft bereits im Juni bekanntgegeben hat, betrifft dies etwa den Fonds «Partners Group Global Value SICAV» mit Domizil in Luxemburg. Beim «Partners Group Private Equity (Master Fund)», der im US-Bundesstaat Delaware eingetragen ist, hat die Partners Group im Juni ausserdem ebenfalls Beschränkungen in Aussicht gestellt.Dieses Finanzvehikel verwaltete laut einer Börsenmeldung Ende 2025 ein Vermögen von 15,8 Milliarden Dollar. Je nach den Gebühren für die Investoren wies der Fonds für das vergangene Jahr eine Rendite zwischen 1,2 und 5,6 Prozent aus. Die gestiegenen Rücknahmeanträge sind in der Meldung jedoch noch nicht erfasst.Neuere Fonds verzeichnen keine RücknahmenDie im Vergleich zu den Aktienmärkten geringere Rendite könnte für Venditti ebenfalls ein Grund dafür gewesen sein, dass Investoren ihr Geld zurückgefordert haben. Der Delaware-Fonds ist sehr breit diversifiziert und hält rund 900 verschiedene Positionen. Neuere Evergreen-Fonds seien laut ihm eher thematisch strukturiert - sie investierten etwa in Infrastruktur oder Lizenzgebühren (Royalties) . «Das kommt bei Kunden momentan besser an und diese Fonds verzeichnen auch keine erhöhten Rücknahmen», sagt er.Die Aktien der Partners Group haben seit Jahresbeginn rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Laut Analysten wird die Zuger Beteiligungsgesellschaft hier allerdings in Sippenhaft mit anderen Branchenvertretern genommen. Deren Wertpapiere stehen in diesem Jahr ebenfalls unter Druck.An ihrer Strategie will die Partners Group trotz Marktturbulenzen festhalten. Vermögende Privatkunden sollen laut CEO-Layton auch weiterhin umworben werden. Wie Steffen Meister, der Verwaltungsratspräsident der Zuger Beteiligungsgesellschaft, Anfang Juni im Gespräch mit der «NZZ» angekündigt hat, will die Partners Group allerdings die Vertriebskanäle und die Grösse der Fonds überdenken.Passend zum Artikel