Ende einer Trainerära: Ein Herz für Didier Deschamps

Der französische Nationaltrainer kommt wieder mal ganz weit bei einer WM. Und doch ist diesmal vieles anders. Nach der WM ist für ihn Schluss.

Winke, winke! Der Abschied von Didier Deschamps als Frankreichs Nationaltrainer naht

Um ein Haar wäre es Didier Deschamps dann doch noch gelungen, die Herzen seiner Landsleute zu erobern. Respektiert wurde er ja schon lange. Kein Wunder. Der 57-Jährige hat die französische Nationalmannschaft 2018 zum WM-Titel geführt, vier Jahre später ins WM-Finale. 2016 war das von ihm gecoachte Team Vizeeuropameister und hat 2021 die Nations League gewonnen. Bei all seinen Erfolgen wurde Deschamps, der 1998 als Spieler Weltmeister geworden ist, immer vorgeworfen, seinen Haufen hochbegabter Spieler zu sehr an die Leine genommen zu haben.

Diesmal ließ er der Offensive freien Lauf, sorgte so dafür, dass Ousmane Dembelé, Kylian Mbappé oder Michael Olise glänzen konnten. Das hat den Leuten gefallen – in Frankreich und in der ganzen Welt. Den bis zu dieser WM von ihm bevorzugten Hochsicherheitsfußball hat Deschamps darüber vernachlässigt. Hat er für ein bisschen Liebe seine Prinzipien verraten? Am Ende ist er jedenfalls Opfer seiner neuen Einstellung zum Fußball geworden. Spaniens 2:0-Erfolg im Halbfinale von Dallas war auch das Ergebnis mangelhafter Struktur in der Defensive.