Gianni Infantino mag die Welt des Fußballs wahrscheinlich am liebsten harmonisch. Zumindest, wenn diese Harmonie darin besteht, dass ihm niemand widerspricht. Als der Fifa-Präsident im Frühjahr ankündigte, beim Kongress 2027 für eine vierte Amtszeit kandidieren zu wollen, war die implizite Botschaft klar: Bitte klatschen, durchwinken, weitermachen. Doch im europäischen Fußball regt sich sichtlich Widerstand.Überhaupt dürfte Infantino eigentlich gar nicht noch einmal antreten, weil seine dritte Amtszeit als Präsident endet, die nach Fifa-Statuten seine letzte sein müsste. Doch Infantino rechtfertigt seine erneute Kandidatur damit, dass er als Nachfolger für Sepp Blatter eine verkürzte erste Amtszeit hatte – die hatte nämlich nur drei statt vier Jahre gedauert.Nachdem Infantino für seine zweite und dritte Amtszeit ohne Gegner wiedergewählt wurde, berichtet der britische Sender talkSport, dass hinter den Kulissen der Uefa der Druck wächst, bei der kommenden Präsidentschaftswahl im Jahr 2027 einen Gegenkandidaten gegen den Schweizer aufzustellen. Der Alleinherrscher solle demnach nicht noch einmal kampflos durchgewinkt werden.