Wie sehr Gianni Infantino dem Fußball schadet, ist in diesem WM-Sommer offensichtlicher geworden denn je. Das Spiel und seine Regeln, die gerade dem Präsidenten des Weltfußballverbandes (FIFA) heilig sein sollten, hat er immer wieder den zwei Dingen untergeordnet, die ihm heilig scheinen: Geld und Macht. Bei Trinkpausen, bei Halbzeitshows, und, dieser Verdacht wird bleiben, beim Telefonat mit dem US-Präsidenten, der nicht wusste, was eine Rote Karte ist.Schluss mit Infantino: Das fordert Javier Tebas, Präsident der spanischen Fußballliga.dpaWenn alles normal läuft in der FIFA-Welt, dann wird er im kommenden März als Präsident bestätigt. Und so zeigt sich paradoxerweise in der Figur Infantino am deutlichsten, dass der Präsident Infantino nicht das größte Problem ist. Sondern das System, das ihn ermöglicht.Was Infantino heilig ist, Geld und Macht, ist eng verwoben in der FIFA-Welt. Das Geld des Verbandes sichert die Macht seines Präsidenten: Je höher die Einnahmen, desto mehr davon bekommen dessen Wähler, die nationalen Verbände. Infantino tut alles, um diese Einnahmen zu steigern, und weil ihm das gelingt, lassen die Wähler ihm alles durchgehen. Dass der Präsident der europäischen Fußballunion das WM-Finale boykottiert, dass der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorsichtig mahnend den Finger hebt, mag beider Image helfen, aber Infantinos Wiederwahl gefährdet es nicht.Die Beschwerde verkommt zur GesteAuch die Ankündigung von Lise Klaveness, der Präsidentin des Norwegischen Fußballverbandes, wegen Trumps Anruf nun eine Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA einzureichen, ist zwar gut und wichtig – aber im System der FIFA wird aus dieser Beschwerde kaum mehr als eine Geste. Denn von der FIFA-Ethikkommission kann man ebenso wenig erwarten wie von der FIFA-Disziplinarkommission, deren Vorsitzender Folarin Baloguns Rotsperre überprüft hat.
Das FIFA-System schützt Präsident Gianni Infantino
Für den Fußball wäre es gut, wenn der FIFA-Präsident im Frühjahr 2027 nicht wiedergewählt würde. Aber das reichte nicht. Der Verband muss reformiert werden.







